Werbung
Werbung
Werbung

Sekundenschlaf: Jeder zweite Lkw-Fahrer schon mal eingenickt

Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats kommt zu erschreckendem Ergebnis. 85 Prozent glauben, sie könnten den Einschlafzeitpunkt am Steuer kontrollieren. Falsche Maßnahmen gegen Müdigkeit: Koffein und Fenster aufmachen.
Alles im Griff? 85 Prozent der Lkw-Fahrer glauben, sie könnten den Einschlafzeitpunkt am Steuer vorhersehen und würden vorher eine Pause einlegen. | Foto: DVR
Alles im Griff? 85 Prozent der Lkw-Fahrer glauben, sie könnten den Einschlafzeitpunkt am Steuer vorhersehen und würden vorher eine Pause einlegen. | Foto: DVR
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Rund 46 Prozent der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer geben an, mindestens schon einmal während einer Fahrt kurz eingenickt zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine persönliche Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar EMNID, die der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter 353 Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern durchgeführt hat. 75 Prozent der Befragten machen eine Pause, wenn sie müde sind. Trotzdem unterschätzen viele die Gefahr von Müdigkeit hinter dem Steuer: 85 Prozent der Befragten glauben, den Einschlafzeitpunkt am Steuer vorhersehen zu können. Doch weder durch Erfahrung noch durch Willenskraft lasse sich akute Müdigkeit beim Fahren kompensieren, warnt der DVR.

Außerdem setzten immer noch einige auf falsche Maßnahmen gegen akute Müdigkeit: 37 Prozent der Befragten öffnen das Fenster für frische Luft und 31 Prozent trinken koffeinhaltige Getränke. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir besonders Personen, die mit dem Lkw unterwegs sind, noch mehr über die Gefahr von Müdigkeit am Steuer aufklären müssen“, sagt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer sollten insbesondere vor längeren Touren genügend schlafen. „Ausreichend Schlaf vor jeder Fahrt ist das A und O. Nur wer ausgeschlafen und somit leistungsfähig und konzentriert unterwegs ist, schützt sich und andere Verkehrsteilnehmende und kommt sicherer am Tourenziel an“, ergänzt Dr. Eichendorf. Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer sollten daher vor allem bei Fahrten am frühen Morgen und mitten in der Nacht, wenn sie normalerweise schlafen, besonders achtsam sein, da durch die Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus die Einschlafneigung hinter dem Steuer erhöht ist.

Grundsätzlich sollte in der Nacht wie aber auch am Tag die Gefahr von Müdigkeit am Steuer ernst genommen werden. Wer also müde wird und erste Anzeichen wie schwere Augenlider und häufiges Gähnen bemerkt, sollte unbedingt eine Pause machen. Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer müssen den gesetzlichen Ruhezeiten gemäß spätestens nach viereinhalb Stunden 45 Minuten ruhen und sollten diese Zeit für einen Kurzschlaf im Fahrerhaus oder Bewegung zur Kreislaufaktivierung nutzen. Wer möchte, kann vor dem Kurzschlaf noch einen Kaffee trinken. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht beim Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so den Erfrischungseffekt. Die Wirkung von Koffein könne den Kurzschlaf jedoch nicht ersetzen, stellt der DVR klar.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung
Werbung