Shell: Erste LNG-Tankstelle - vermehrte Nachfrage erwartet

Europas erste LNG-Zapfstation liegt an einer Transitstrecke über Belgien ins Ruhrgebiet.
Johannes Reichel

Premiere für den alternativen Kraftstoff: Europas erste LNG-Station in Rotterdam Waalhaven liegt an einer von Schwerlastverkehr stark befahrenen Transitstrecke, die von den Niederlanden über Belgien und Frankreich bis ins deutsche Ruhrgebiet reicht. Shell reagiert damit auf vermehrtes Interesse von Flottenbetreibern für LNG anstelle von Diesel und sieht auf der Langstrecke Kostenvorteile. LNG verbrennt ärmer an Schwefel, Rußpartikeln und Stickoxiden als Diesel und kann helfen, Treibhausgasemissionen zu senken, wie auch eine neulich veröffentlichte Studie der Deutschen Energieagentur dena bestätigte. Die neue Station habe eine Kapazität von 70.000 Litern LNG. Täglich könne man somit rund 170 Lkw betanken. Zu den ersten Kunden zählen das Entsorgungsunternehmen SUEZ Environnement NL, Vos Logistics und ABS Trucking.

„Wir freuen uns, die Entwicklung einer sicheren und kosteneffizienten LNG-Betankungstechnologie voranzutreiben“, erklärte Giorgio Delpiano, General Manager bei Shell im Bereich Commercial Fleet. Da die Nachfrage nach LNG nach Dafürhalten von Shell steige, plant man, weitere LNG-Stationen in den Niederlanden zu eröffnen. In Kürze solle der Kraftstoff aus dem neuen „Break Bulk“-Terminal bezogen werden, das im Rotterdamer Hafen von einem Joint-Venture der Unternehmen Gasunie, Vopak und OMV gebaut wird. Lauran Wetemans, General Manager von Shell Downstream sieht LNG als interessante Option für Flottenbetreiber. Man arbeite daran, LNG als Kraftstoff-Alternative im Markt zu etablieren.

Erst zur IAA 2014 hatten mit Scania mit dem Modell der P-Reihe und Iveco mit dem Stralis erste Hersteller Serienlösungen mit LNG-Technik vorgestellt. Aufgrund der hohen Energiedichte können LNG-Lastwagen auch lange Strecken von bis zu 1000 Kilometer zurücklegen. Außerdem sind LNG-betriebene Lkws leiser als ihre Diesel-Pendants. So sinkt die Lärmbelästigung in Innenstädten bei Warenlieferungen oder Müllabfuhr. Die EU fördert die LNG-Technologie mit dem Konzept der „Blue Corridors“. Demnach soll entlang der europäischen Hauptverkehrsadern bis 2025 alle 400 Kilometer eine LNG-Tankstelle zur Verfügung stehen.

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