Skandinavischer Onlinehändler Jollyroom expandiert

Der Onlinehändler Jollyroom baut ein neues Zentrallager bei Göteborg und öffnet zudem sein Angebot nach Österreich.

Jollyroom-Geschäftsführer Ole Sauar (li.) und Logistikchefin Cecilia Olsson. (Foto: Jollyroom)
Jollyroom-Geschäftsführer Ole Sauar (li.) und Logistikchefin Cecilia Olsson. (Foto: Jollyroom)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Melanie Endres)

Der skandinavische Onlinehändler Jollyroom hat seine Expansion fortgesetzt und das Ziel ausgegeben, europäischer Marktführer im Bereich Kinder- und Babyprodukte zu werden. Jetzt öffnet das Unternehmen laut Pressemitteilung das Portal auch für Österreich und baut ein Zentrallager von 66.000 Quadratmetern bei Göteborg. „Das erfordert weitsichtige Entscheidungen und eine Expansionstaktik, die sich im Einklang mit den Fähigkeiten und Ressourcen unseres Unternehmens befindet”, meint Ole Sauar, Jollyrooms Geschäftsführer.

Zentrallager Göteborg

Sämtliche Arbeit und Logistik erfolgt derzeit in Jollyrooms verschiedenen Lagerzentralen in Göteborg. Gerade wird den Angaben zufolge an einer neuen Zentrale mit einer Lagerfläche von 66.000 Quadratmetern gebaut. Das Zentrallager „Campus Jollyroom“ wird laut Jollyroom nach seiner Fertigstellung der größte Onlinehandelskomplex in Skandinavien sein und sich im Logistikpark auf Hisingen, in der Nähe des Göteborger Hafens befinden. Indem sämtliche Abteilungen unter einem Dach zusammengefasst werden, sollen Transportwege verkürzt werden. Das spare Zeit und sei zudem besser für die Umwelt, so Jollyroom. Des Weiteren soll das Zentrallager interne Prozesse optimieren, Kosten einsparen und Lieferzeiten verkürzen.

Jollyroom expandiert nach Österreich

Der Onlinehändler für Kinder- und Babyprodukte beschreitet zudem neues Terrain und expandiert nach Österreich. Im April 2018 eröffnete Jollyroom seinen Onlineshop in Deutschland und legte somit den Grundstein für eine europaweite Expansion außerhalb der skandinavischen Heimat. Die Eröffnung im Nachbarland sieht das Unternehmen nach Eigenangaben als eine selbstverständliche Konsequenz. Die relativ große Distanz zwischen Schweden und Österreich könne aus einer umwelttechnischen Perspektive auf den ersten Blick als wenig sinnvoll erscheinen.

"Allerdings muss auch gesehen werden, dass beispielsweise eine Lieferung innerhalb Schwedens dann ebenso wenig umweltfreundlich ist. Die Distanz von Göteborg nach Nordschweden ist länger als nach Deutschland oder Österreich", erklärt Cecilia Olsson, Logistikchefin bei Jollyroom.

Sobald man ein gewisses Volumen erreicht habe, werde man jedoch ein neues Lager in der Nähe unserer Kunden in Erwägung ziehen, so die weitere Aussage.

Lieferungen zusammenlegen

Mit DHL können sämtliche Lieferungen, die von Göteborg nach Deutschland und Österreich gehen, zusammengelegt werden, heißt es in der Meldung. Die Waren werden erst nach Deutschland befördert, werden dann weiter nach Österreich transportiert und dort durch die Österreichische Post zugestellt.

„Ein wichtiger Vorteil im Zusammenhang mit der Eröffnung in Österreich ist, dass Transporte optimiert werden können, indem wir denselben Logistikpartner und die gleichen Transportrouten wie für die Zustellung in Deutschland verwenden. So benötigen wir keine zusätzlichen Fahrzeugtransporte und reduzieren das Risiko halbvoller Lastwagen“, erläutert Olsson weiter.

Der nächste Schritt

Das Unternehmen Jollyroom schmiedet nach eigenen Angaben bereits weitere Pläne, um sich langfristig die Spitzenposition zu sichern und Europas größter Onlineshop für Kinder- und Babyprodukte zu werden.

„Derzeit interessieren wir uns für alle Märkte, die wir von unserer Zentrale in Göteborg erreichen können. Langfristig ist ein zentrales Lager in Europa geplant, um unsere Lieferzeiten zu verkürzen und weitere Märkte einfacher erschließen zu können“, sagt Geschäftsführer Sauar.

Momentan konzentriere man sich aber voll und ganz darauf, sich in Österreich so gut wie möglich zu etablieren, bevor man das nächste Ziel ins Auge fasse.

Zweites Land außerhalb Skandinaviens

Warum man sich als zweites europäisches Land Österreich ausgesucht hat, liegt laut Jollyroom auf der Hand: „Die geografische und sprachliche Nähe zu Deutschland ermöglicht es uns, bei Einrichtung der Website, Kundendienst und Versand auf bereits vorhandene, interne Ressourcen und Know-how zurückzugreifen“, meint Sauar. Bei der Eröffnung in Deutschland setzte das Unternehmen besonders darauf, sich als Marke in sozialen Medien zu etablieren und so Bekanntheit zu erlangen. Die gleiche Vorgehensweise kommt jetzt in Österreich zum Einsatz.

„Für Jollyroom bedeutet das: Aktive Contentarbeit, unser skandinavisches Lebensgefühl nach außen zu vermitteln und weiterzugeben sowie ganz persönliche Beziehungen mit unserer Zielgruppe aufzubauen", meint Frida Ekholm, Leiterin der Marketingabteilung bei Jollyroom.

Deshalb sieht man soziale Medien als ein wichtiges Werkzeug, besonders im Hinblick auf die Expansion auf dem europäischen Festland. So sei es innerhalb eines halben Jahres geglückt, das größte Instagram-Konto der Branche in Deutschland aufzubauen. "Heute profitieren wir von einem Netzwerk mit über 400 InfluencerInnen in Deutschland, mit denen wir ständig zusammenarbeiten.“

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