Skoda optimiert Raumnutzung von Containern mittels KI

KI-App Optikon soll die beste Platzierung verschieden großer Paletten in Frachtcontainern ermitteln – und damit auf die CO2-Bilanz des Unternehmens einzahlen.

Durch die optimierte Platzierung von Paletten will Skoda CO2 einsparen. (Foto: Skoda)
Durch die optimierte Platzierung von Paletten will Skoda CO2 einsparen. (Foto: Skoda)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Die Logistik von Skoda Auto hat sich laut einer Mitteilung vom 30. September bei einer KI-Anwendung von dem Computerspiel-Klassiker „Tetris“ inspirieren lassen: In diesem geht es darum, unterschiedlich geformte Elemente lückenlos in einen vorgegebenen Raum einzuordnen. Eine ähnliche Aufgabe ergebe sich, wenn die eigene Logistik einen 40-Fuß-Seecontainer beladen müsse, so Skoda. Dabei kommt dem Automobilisten zufolge nun die App „Optikon“ zum Einsatz, eine Anwendung, die auf Technologien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zurückgreift. Die App berechnet demnach, wie und in welcher Menge die verschiedenen Palettentypen verladen werden müssen, um das Volumen des Containers bestmöglich auszunutzen. Allein im ersten Halbjahr 2020 habe Skoda Auto auf diese Weise 151 Containertransporte und 80 Tonnen CO2-Emissionen eingespart, heißt es.

David Strnad, Leiter Markenlogistik bei Skoda Auto, erklärt:

„Diese KI-Anwendung ist ein großer Entwicklungsschritt auf unserem Weg, die Logistik und unsere Arbeitsprozesse zu digitalisieren. Das Projekt Optikon vereinfacht die Arbeit der Mitarbeiter im Teilelager, gleichzeitig senken wir unsere Transportkosten. Außerdem reduzieren wir die CO2-Emissionen, weil wir nur noch komplett gefüllte Container auf die Reise schicken.“

KI-Lösungen für das Rucksackproblem

Es gibt Skoda zufolge unzählige Möglichkeiten, Paletten verschiedener Formate in einem Container zu verstauen, wodurch das Beladen für Logistiker zu einer anspruchsvollen Aufgabe wird. Erschwerend komme hinzu, dass im Teilelager täglich unterschiedliche Palettengrößen zum Versand bereitstünden, so das Unternehmen. Die von Skoda Auto Logistik und Skoda IT gemeinsam entwickelte KI-App Optikon berechnet, wie die einzelnen Frachtbestandteile platziert werden müssen, um das Containervolumen bestmöglich auszunutzen.

Die Skoda Auto Logistikabteilung setzt Optikon nach eigenen Angaben seit November 2019 insbesondere bei der Beladung von Containern mit dem Ziel Nischni Nowgorod ein. Neben Karosserieteilen werden vom tschechischen Mladá Boleslav auch Prozessmaterialien wie etwa Klebstoffe nach Russland verschickt.

Technisch findet das Programm nach Unternehmensangaben auf Basis mathematischer Methoden verschiedene Lösungen für das sogenannte „Rucksackproblem“ aus dem Bereich der Kombinatorik. Es befasst sich demnach mit der Frage, wie bestimmte Objekte optimal in einen begrenzten Raum eingepasst werden können. Während hierzu beim klassischen Rucksackproblem nur das Gewicht und der Wert der Packstücke einbezogen werde, berücksichtige Optikon zusätzlich die Parameter Grundfläche und Volumen des Frachtguts sowie das Timing des Versands, heißt es.

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