STAFFEL-Projekt: Mit Künstlicher Intelligenz Transportzeit halbieren

Das Projekt „STAFFEL“ erhält im Rahmen der Innovationsinitiative „mFUND“ insgesamt 1,5 Millionen Euro an Förderung vom BMVI.

Die KI-basierte Plattform "STAFFEL" soll zur effizienten Gestaltung von Lkw-Transport-, Lenk- und Ruhezeiten beitragen. (Symbolbild: Yuri Bizgaimer / Fotolia)
Die KI-basierte Plattform "STAFFEL" soll zur effizienten Gestaltung von Lkw-Transport-, Lenk- und Ruhezeiten beitragen. (Symbolbild: Yuri Bizgaimer / Fotolia)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Am 8. Dezember 2021 soll der Startschuss für „STAFFEL“ fallen: Das Forschungsprojekt hat sich auf die Fahnen geschrieben, im Lkw-Güterverkehr Transportzeiten zu halbieren und Lenkzeitverschwendung zu reduzieren. Die Projektpartner FIR an der RWTH Aachen, Mansio GmbH, PEM Motion GmbH sowie das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) wollen dazu laut einer Pressemitteilung vom 1. Dezember gemeinsam eine KI-gestützte Internetplattform für den speditionsübergreifenden Staffelverkehr entwickeln. Die Plattform solle wesentlich zur effizienten Gestaltung von Lkw-Transport-, Lenk- und Ruhezeiten beitragen, heißt es. Das Projekt „STAFFEL“ wird im Rahmen der Innovationsinitiative „mFUND“ mit insgesamt 1,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert und soll bis Mai 2024 abgeschlossen sein.

Mithilfe von KI-Algorithmen sollen Langstrecken in Teilstrecken zerlegt und anschließend über einen Lenkzeiten-Marktplatz zwischen Speditionen und Frachtführern anhand von Echtzeitdaten (zum Beispiel Verkehr, Infrastruktur) vermittelt und damit optimiert werden. Smarte Technologien zur Diebstahlsicherung gewährleisteten die sichere Übergabe der Trailer, so die Projektpartner.

Lenkzeitüberschreitungen vermeiden helfen

Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten führen im Straßenverkehr zu Transportunterbrechungen. Gerade auf Langstrecken kommt es dadurch zu einer erheblichen Verlängerung der Transportzeit und einem erhöhten Parkplatzbedarf. Die neue Plattform soll KI-gestützt helfen, solche Unterbrechungen zu vermeiden und Trailer am Ende der Lenkzeit an ausgeruhte Fahrer zu übergeben. Gleichzeitig werde Lkw-Fahrern ermöglicht, vermehrt Teilstrecken zu fahren und häufiger am Heimatort zu bleiben, heißt es. Lenkzeitüberschreitungen, Parksuchverkehr und Anwohnerärger durch wildes Parken würden erheblich reduziert.

„Die Logistikbranche unterliegt einem stetigen Wandel und steht vor komplexen Herausforderungen. Wir freuen uns, im Rahmen des Projekts STAFFEL einen Beitrag zur effektiveren Gestaltung des Straßengüterverkehrs leisten zu können“, kommentiert Tobias Schröer, Projektleiter seitens des FIR und Bereichsleiter Produktionsmanagement am FIR an der RWTH Aachen.

Nach dem Kick-off am 8. Dezember 2021 starten die Projektpartner der Mitteilung zufolge mit einer detaillierten Anforderungsanalyse. Anschließend werden demnach die Plattform und das Diebstahlsicherungssystem prototypisch entwickelt und in zwei Feldversuchen validiert: Im ersten Feldversuch sollen regionale Transportunternehmen über einen Lenkzeitenmarktplatz miteinander vernetzt, im zweiten Wechselstationen entlang einer Hauptverkehrsroute etabliert und der Staffelverkehr praktisch erprobt werden. Ziel sei es, Effekte, Potenziale und Herausforderungen für den Lkw-Güterverkehr zu identifizieren und eine europaweite Umsetzung, auch unter Berücksichtigung der Standardisierung, vorzubereiten, so die Projektpartner.

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