Stapler-Assistenzsysteme: Linde Material Handling denkt Regalschutz neu

Mit innovativen Ausstattungsoptionen für seine Schubmaststapler meldet sich der Flurförderzeugspezialist Linde Material Handling zu Wort.

Der Regal-Anfahrschutz-Sensor für Schubmaststapler von Linde Material Handling detektiert Gegenstände, die sich fokussiert im Lichtstrahl vor ihnen befinden. | Bild: Linde Material Handling
Der Regal-Anfahrschutz-Sensor für Schubmaststapler von Linde Material Handling detektiert Gegenstände, die sich fokussiert im Lichtstrahl vor ihnen befinden. | Bild: Linde Material Handling
Tobias Schweikl

Schubmaststapler von Linde Material Handling lassen sich ab sofort mit einem Sensor ausstatten, der Anfahrschäden am Regal verhindert. Der Staplerspezzialist aus Aschaffenburg erwartet sich von dem System Kostenersparnisse und Produktivitätsgewinne. Staplerfahrer könnten ihre Aufmerksamkeit damit voll und ganz dem Warenhandling widmen.

„Was am Boden passiert, gerät aus dem Fokus“, beschreibt Alexander Schmidt, Senior Product Manager Reach Trucks bei Linde Material Handling, die Situation beim Ein- und Auslagern in der Höhe.

Marktuntersuchungen hätten gezeigt, dass Schäden vor allem mit den Radarmen verursacht werden; mit Last, Gabelzinken oder Chassis komme das seltener vor.

„Bereits eine kleine Unachtsamkeit kann sich zu massiven Behinderungen im Lagerbetrieb auswachsen“, schildert Schmidt. „Wird der Regalrahmen auf einer Länge von einem Meter um sechs Millimeter eingedrückt, kann bis zu einem Drittel an Tragfähigkeit verloren gehen. In diesem Umfang können Regalplätze nicht mehr belegt werden, die Kapazität des Lagers sinkt. Den Schaden zu beheben und die kaputte Regalstütze auszutauschen, ist aufwendig, weil alle Positionen rechts und links des beschädigten Regalrahmens leergeräumt und die Waren an anderer Stelle zwischengelagert werden müssen. Das nimmt Arbeitszeit und zusätzliche Stellfläche in Anspruch, stört den Betriebsablauf und senkt damit die Produktivität im Lager“, skizziert der Senior Product Manager die negativen Folgen.

Mit dem neuen Regal-Anfahrschutz-Sensor (Rack Protection Sensor - RPS) geht Linde Material Handling dieses Problem gezielt an. Zwei spezielle Lichtsensoren, die oberhalb der Radarme in einem geschützten Gehäuse untergebracht sind, detektieren Gegenstände, die sich fokussiert im Lichtstrahl vor ihnen befinden. Wird ein Hindernis erkannt, bremst das Assistenzsystem den Stapler dynamisch ab, ein Schaden wird somit verhindert.

Die Sensoren werden bei einer Fahrgeschwindigkeit unter fünf Stundenkilometern aktiv – das entspricht dem typischen Tempo beim Rangieren vor dem Regal. Beschleunigen Bedienerinnen und Bediener das Fahrzeug über dieses eingestellte Limit, beispielsweise um längere Strecken zu überwinden, schaltet sich das patentierte System automatisch ab. Für die Gegebenheiten im Lager eigne sich die Technologie besonders gut, denn sie funktioniere sowohl bei künstlichem als auch bei Tages- und Sonnenlicht, erklärt Schmidt.

Als besonders hilfreich erweist sich der RPS für Betriebe, zu deren Fahrerpool immer wieder neue oder nur temporär Beschäftigte zählen.

„Diesen Personen fehlt es oft an Erfahrung und sie verschätzen sich mit den Abmessungen des Schubmaststaplers“, skizziert der Linde-Produktmanager.

Der RPS leiste als „zusätzliches Auge auf Bodenhöhe“ wertvolle Unterstützung bei einem schnellen, gleichzeitig aber sicheren Manövrieren mit dem schweren Gerät.

Verfügbar ist der RPS als Option für die Performance-Modelle der Schubmaststapler-Baureihe Linde R14 bis R25 im Traglastbereich von 1,4 bis 2,5 Tonnen. Für diese Geräte soll es das Assistenzsystem bald auch als Nachrüstlösung geben.

Alles im Griff

Eine zweite neue Option des Warenumschlagspezialisten Linde MH ist ein neuartiger Multifunktionshebel. Er macht die Bedienung der Linde-Schubmaststapler noch komfortabler und soll helfen, Konzentration und Gesundheit der Fahrerinnen und Fahrer zu erhalten und die Produktivität zu steigern.

Die neue Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wurde zusammen mit dem Fraunhofer Institut (IAO) und Porsche Industriedesign auf Basis einer Ergonomie-Studie entwickelt. Das Ergebnis ist ein leichtgängiger, nach allen vier Seiten beweglicher Joystick, auf dem die gewölbte Hand bequem ihren natürlichen Platz findet. Ein seitlich nach rechts verlängerter Flügel gibt kleinen und großen Händen zusätzlichen Halt. Mit geringem Kraftaufwand aus Handgelenk und Fingern lassen sich alle Fahr-, Schub- und Hubfunktionen intuitiv steuern.

Alle Hydraulikfunktionen befinden sich in einem Bedienelement vereint und ein Auf- und Absetzen der Hand ist nicht mehr nötig. Das steigert die Produktivität und ermöglicht eine intuitive Bedienung. Der komplette Hebel wird vor- und zurückbewegt, um den Hubmast anzuheben bzw. abzusenken. Mit Bewegungen nach links und rechts wird der Mastvorschub dirigiert.

Von der Armlehne in die Mitte des großen Joysticks gewandert sind die beiden Flügelschalter zur Steuerung von Gabelträgerneigung und Seitenschieber; sie vereinen zudem zwei Funktionen: Neigung und Horizontalstellung des Gabelträgers bzw. Ausrichtung und Mittenzentrierung des Seitenschiebers.

Auf der linken Seite des Multifunktionshebels sind Hupe und Fahrtrichtungsschalter verortet. Großer Vorteil der zweckmäßig angeordneten Elemente: Alle Steuerbefehle lassen sich intuitiv ausführen, selbst mit Handschuhen. Damit soll die Aufmerksamkeit der Fahrerinnen und Fahrer beim Lasthandling bleiben.

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