Still: Elektrifizierung der Flotte bis 2017

Bereits in zwei Jahren will der Hamburger Hersteller 90 Prozent seiner Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien anbieten. Weitere Neuheiten auf der Cemat.
Unter Strom gesetzt: Still setzt auf Elektromobilität im Lager und will bis nächstes Jahr 90 Prozent aller Modelle mit Li-Io-Akku und E-Antrieb anbieten. | Foto: Still
Unter Strom gesetzt: Still setzt auf Elektromobilität im Lager und will bis nächstes Jahr 90 Prozent aller Modelle mit Li-Io-Akku und E-Antrieb anbieten. | Foto: Still
Johannes Reichel

Der Hamburger Flurförderzeughersteller Still will bis 2017 konsequent den Schritt in Richtung Elektromobilität gehen und 90 Prozent aller Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion) anbieten. Neben den Geh-Niederhubwagen EXU Li-Ionen mit Tragfähigkeiten von 1,6 bis 2 Tonnen, man im Jahr 2014 auf den Markt gebracht hat, stellen die Hamburger auf der CeMAT 2016 verschiedene neue Modelle vor, wie unter anderem Kommissionierer und Schlepper der Baureihe CX, neue Niederhub- und Doppelstockwagen der Baureihen EXU-S und EXD-S sowie einen ersten Gegengewichtsstapler der Baureihe RX 20 mit einer Tragfähigkeit von 1,4 bis 2 Tonnen. Die Fahrzeuge seien jeweils in anwendungsspezifischen Varianten erhältlich.

Dabei setzt der Intralogistikspezialist auf eine In-house Lösung bei der Batterie- und Ladetechnik. "Dass der Trend zur Li-Ion-Batterie sich durchsetzen wird, belegt nicht nur der in den letzten Jahren spürbar gewachsene Marktanteil für Elektrostapler am Gesamtabsatz in Europa, sondern ebenso die Tatsache, dass immer mehr Anwender aus Logistik und Industrie die Vorteile der Li-Ion-Batterie gegenüber klassischen Blei-Säure-Batterien zu schätzen wissen", formuliert der Hersteller in einer Pressemitteilung. Dies bestätigten aus Sicht von Still auch die Experten vom Fraunhofer ISI, die in ihrer Studie „Produkt-Roadmap Lithium-Ionen-Batterien 2030“, die Li-Ion-Batterie als Schlüsseltechnologie für zukunftsweisende (elektrische) Antriebe betrachten. Die Li-Ion-Batterie sei als zentraler Energiespeicher je nach Auslegung für alle Arten von Elektrofahrzeugen relevant – für hybridisierte Elektromobile, bei denen es auf eine hohe Leistungsdichte ankommt, vollelektrische Batteriefahrzeuge, bei denen es auf eine hohe Energiedichte ankommt und für alle anderen Antriebs- bzw. Fahrzeugkonzepte dazwischen.

Dass sich der Einsatz von Li-Ion-Batterien im Flurförderzeugbereich auszahlten, zeigen für den Hersteller die heute schon positive Preisentwicklung für Li-Ion-Batterien und die vielen Anwendungen, in denen sich diese Technologie bereits bewährt habe. Laut Fraunhofer ISI ergäben sich für die nächsten zwei Jahrzehnte noch große Entwicklungspotenziale, insbesondere mit Blick auf die Energiedichte sowie die weiterhin starke Kostenreduktion. Die Anschaffungskosten sind bereits seit 2011 um circa 50 Prozent gefallen, für die Fachwelt unerwartet. "Stellt man schon heute den Anschaffungspreis dem Return on Investment und den Life-Cycle-Cost entgegen, so ist das Kostenargument schnell entkräftet", argumentiert Still. Denn die Vorteile dieser Technologie überwögen: zum Beispiel die geringen Wartungskosten – die Batterie ist zu hundert Prozent wartungsfrei – und die Tatsache, dass jederzeit und in kürzester Zeit Zwischenladungen ohne speziellen Laderaum durchgeführt werden können. [pagebreak]

Flurförderzeuge mit Li-Ion-Technologie verbrauchten schon heute bis zu 30 Prozent weniger Energie als Geräte mit einer Blei-Säure-Batterie, wirbt der Hersteller. Dabei sei die Lebensdauer dieser Batterie mit 2.500 garantierten Ladezyklen mindestens doppelt so lang, je nach Einsatz sogar ein Vielfaches so lang wie die Lebenszeit der Blei-Batterie. Die neue Still Li-Ion-Batterie beruht auf der vielfach bewährten Lithium-Eisen-Phosphat-Technologie. Diese sorge dafür, dass die Geräte über den vollen Temperaturbereich, also auch im Kühlhauseinsatz, effizient ihren Dienst leisteten. Die Batterien sind mit einer Spannung von 24- und 48-Volt und mit einem Leistungsspektrum vom 1,9 bis 49 Kilowattstunden verfügbar. Der Kunde erhalte die optimale Batterielösung für seinen speziellen Einsatz. Müsse er beispielsweise mit dem Fahrzeug einen intensiven Zweischichtbetrieb abdecken, bietet STILL eine Batterielösung an, bei der die Batterie nicht gewechselt werden muss.

Für Einsätze, die nicht kontinuierlich über die Schicht erfolgen, sondern mit Pausen verbunden sind, ist eine kostengünstigere Batterievariante erhältlich, die bei Stillstandzeiten zwischengeladen werden kann. Bereits nach 40 Minuten stehen wieder 60 Prozent des Ladestands zur Verfügung, und innerhalb einer Stunde besitzt die Batterie wieder ihre volle Kapazität. Zum Lieferumfang gehöre auch das passende Ladegerät. Dabei kommuniziere das in den Batterien vorhandene Batterie-Management-System (BMS) über eine CAN-Bus-Schnittstelle mit dem Fahrzeug und Ladegerät. Das BMS zeige dem Fahrer auf dem Display den Ladezustand sowie die Restlaufzeit an und sorge dafür, dass die Li-Ion-Batterie weder tiefentladen noch überladen wird, damit die Batterie die optimale Lebensdauer erreicht.

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