STILL OPX iGo neo: Sicherheits-Update für autonomen Kommissionierer

Neue Funktionen sollen den autonomen Horizontalkommissionierer von Still sicherer und wirtschaftlicher machen. Das Gerät kommt nun auch mit Industriepaletten zurecht.

Das neue Kollisionsschutzsystem STILL Easy Protect soll für zusätzliche Sicherheit, auch im manuellen Betrieb, sorgen. | Bild: Still.
Das neue Kollisionsschutzsystem STILL Easy Protect soll für zusätzliche Sicherheit, auch im manuellen Betrieb, sorgen. | Bild: Still.
Tobias Schweikl

Der Staplerhersteller Still hat neue Funktionen für seinen eigenständig agierenden Horizontal-Kommissionierer „OPX iGo neo“ vorgestellt. Der seit 2016 verfügbare OPX iGo neo folgt seinem Bediener während des Kommissionierens wahlweise autonom auf Schritt und Tritt. Das Fahrzeug erkennt dabei Personen ebenso dynamische und statische Objekte und und reagiert situativ. Es erfasst und umfährt eigenständig unkritische Hindernisse und stoppt vor kritischen Barrieren.

Sicher im manuellen Betrieb

Seit November 2021 sorgt im manuellen Betrieb des Fahrzeugs das Kollisionsschutzsystem „STILL Easy Protect“ für zusätzliche Sicherheit. Das Assistenzsystem steht für alle „OPX iGo neo“-Modelle zur Verfügung.

 „Befindet sich der Bediener während des manuellen Betriebs auf einem Kollisionskurs, so erkennt dies das Fahrzeug und bremst in Abhängigkeit zur Entfernung des Hindernisses selbstständig ab“, erläutert Thede Baumann, Produktmanager für den iGo neo.

Bei der Entwicklung dieses Assistenzsystems sei es eine wichtige Zielstellung gewesen, die Einschränkung im Fahrbetrieb so gering wie nur irgend möglich zu halten, so das Unternehmen. Um dies zu erreichen würde permanent das durch den Bediener gewünschte Fahrmanöver bewertet und eingegriffen, wenn dieser sich auf einem Kollisionskurs befindet. Je näher das Fahrzeug einem Hindernis kommt, desto stärker werde die vorgegebene Geschwindigkeit reduziert. Reagiere der Bediener durch Anpassung des Lenkwinkels auf das Hindernis, ihm also ausweicht, beschleunige das Fahrzeug selbstständig wieder auf die gewünschte Fahrgeschwindigkeit.

Zusätzlich bewertet Easy Protect die Entfernung, in der der Bediener ein Hindernis passieren möchte. Abhängig von dieser Distanz kann das System die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ebenfalls reduzieren. Die Eingriffsstärke des neuen Assistenzsystems kann vom Bediener selbst gewählt werden. Hierfür sind drei Modi verfügbar: früher Eingriff, Standardeingriff und später Eingriff.

3D-Blick in die Welt

Ein 3D-Kollionsschutz, um den der OPX iGo neo ab dem kommenden Jahr zusätzlich erweitert wird, soll mithilfe einer 3D-Kamera zudem das Erkennen von Hindernissen vor dem Fahrzeug verbessern – sowohl im manuellen als auch im autonomen Betrieb. Die Kamera ist oberhalb der Personenschutzanlage positioniert. Damit decke ihr Sichtfeld die gesamte Höhe der Fahrzeugfront ab, so der Hersteller.

Neben einem Mehr an Sicherheit führe der 3D-Kollisionsschutz zu einer höheren Arbeitseffizienz, beispielsweise beim Einsatz mehrerer Scherenhubfahrzeuge. Bisher sind in der Praxis größere Sicherheitsabstände vonnöten, da die angehobenen Gabeln des vorausfahrenden Fahrzeugs sensorisch nicht erkannt werden können.

„Da diese Einschränkung durch Easy Protect 3D aufgelöst wird, können Fahrzeuge dichter aufschließen“, so Baumann.

Hierdurch würden Laufwege reduziert und die Produktivität gesteigert. Das Assistenzsystem kann für bestehende Kommissionierer nachgerüstet werden.

Neue Industriepaletten-Version

Neu verfügbar ist zudem eine Fahrzeugausführung für den Transport von Industriepaletten und Sonderladungsträger. Damit können Ladungsträgern bis zu einer Breite von 1.000 Millimetern im autonomen Assistenzbetrieb aufgenommen werden. Bisher war dies nur für eine Palettenbreite von 800 Millimetern möglich.

Das integrierte Personenschutzsystem sichert auch die vergrößerte Fahrzeug- und Lastbreite ab. Darüber hinaus kennt das intelligente Fahrzeug die neuen Dimensionen und verhält sich entsprechend. Eine Adaption der gewünschten Abstände ist nicht erforderlich, dies nimmt der iGo neo selbst vor. Die neue Industriepaletten-Version ist für alle Modelle verfügbar.

Systemerweiterung für weltweiten Einsatz

Da in jedem Land unterschiedliche Vorgaben für den Einsatz autonomer Fahrzeuge gelten, wurden auch einige Systemerweiterungen vorgenommen. Durch diese Anpassung an die rechtlichen Vorgaben der unterschiedlichen Regionen könne der OPX iGo neo laut Hersteller nun auch in ganz EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie in weiteren Regionen wie den USA, Australien oder Neuseeland angeboten werden.

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