Werbung
Werbung
Werbung

Streetscooter feiert 10.000 Modell und Gründer will Firma zurückkaufen

Trotz mittlerweile 10.000 produzierten Streetscooter für die DHL-Paketzustellung will die Post das Unternehmen nicht behalten. Gründer Günther Schuh erwägt, wieder einzusteigen, um das Unternehmen auch finanziell zum Erfolg zu führen.

Der Streetscooter hat sich etabliert - doch Marke und Produkte müssen weiterentwickelt werden. | Foto: Streetscooter
Der Streetscooter hat sich etabliert - doch Marke und Produkte müssen weiterentwickelt werden. | Foto: Streetscooter
Werbung
Werbung
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Allein die fünfstellige Produktionszahl des Streetscooter ist schon ein Erfolg, aber eben nur ein Kleiner, denn im Van-Segment sehen hohe Stückzahlen anders aus. Und Autohersteller auch, denn sie sind keine KEP- respektive Lieferdienste wie die DHL Deutsche Post. Genau deshalb prüft die Post aktuell, welche Optionen sie mit der Marke hat. Kaufinteressenten oder potenzielle Partner scheint es viele zu geben, wie Tobias Meyer, Konzernvorstand Post & Paket Deutschland von Deutsche Post DHL Group erklärt:

 „Wir sehen ein breites Interesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

Post-Chef Frank Appel ließ schon vor längerer Zeit verlautbaren, das ein Verbleib des E-Transporter-Geschäfts bei der Post “unwahrscheinlich” sei – allerdings habe man keinen Zeitdruck. Das könnte der Miterfinder und Mitgründer, Professor Günther Schuh, auch Chef von e.GO Automobile, anders sehen, wie bereits im Juni vom Manager Magazin berichtet worden jetzt erneut der Süddeutschen Zeitung zu entnehmen war: Er gab ein Gebot ab, sein Unternehmen zurückzukaufen. Denn Schuh weiß, mit kleinen Stückzahlen zu operieren und möchte den Anfangserfolg seines Lieferfahrzeuges sichern:

„Mein Angebot ist auch so zu verstehen, dass ich unbedingt dazu beitragen möchte, dass die Erfolgsgeschichte von Streetscooter weitergeht. Und ehrlich gesagt mache ich mir Sorgen, ob das in die richtige Richtung gesteuert wird.“ 

Der Aachener Maschinenbauprofessor soll rund 300 Millionen Euro für die Übernahme Streetscooters geboten haben. Die Höhe seines Gebots hat Schuh nicht bestätigt, aber unwahrscheinlich dürfte es nicht sein. Interesse scheint auch durchaus vorhanden. Auch VW wollte mal mit 50 Prozent bei Streetscooter einsteigen, doch daraus wurde nichts. Stattdessen verbündete man sich mit dem rheinländischen Nachbarn Ford, der Kabinen und Komponenten für die „großen“ Streetscooter liefert und den XL in einer abgetrennten Halle des Werks Köln-Niehl inklusive des KEP-Aufbaus fertigt. Aber auch Ford stieg nicht mehrheitlich ein, plant man doch mittelfristig eigene elektrifizierte Transporter der Transit-Baureihe.  

LOGISTRA-Kommentar:

Eine Marke wie Streetscooter bedient (noch) eine enge Nische. Damit die nicht zu eng wird und das Produkt nicht veraltet, müssen Fahrzeuge und Marke weiterentwickelt werden. Und hier ist seitens der Post nicht viel zu erwarten. Das dürfte man auch Post-intern so sehen. Genau deshalb sollte man mit dem Verkauf nicht zu lange warten – und genau das dürfte auch die Überlegung Günther Schuhs sein.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung