StreetScooter: Vorerst weiter gebaut

Eigentlich hätte der Post-E-Van StreetScooter Work zum Jahresende auslaufen sollen. Doch auch 2021 sollen wohl noch „einige tausend“ Einheiten montiert werden.

Der StreetScooter wird auch 2021 noch weiter produziert werden. Allerdings nur noch in gelb für den Eigenbedarf der Deutschen Post. | Foto: StreetScooter
Der StreetScooter wird auch 2021 noch weiter produziert werden. Allerdings nur noch in gelb für den Eigenbedarf der Deutschen Post. | Foto: StreetScooter
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Der StreetScooter wird weitergebaut, aber nur noch für den Eigenbedarf der Deutschen Post, die die Verlängerung der StreetScooter-Produktion keinesfalls als Strategiewechsel sieht. Stattdessen lasse man die Fertigung nur langsamer auslaufen als ursprünglich geplant. Das bestätigten laut er Plattform „electrive.net“ auch Post-CEO Frank Appel und CFO Melanie in einer Telefonkonferenz. Der Konzern habe Gespräche mit Lieferanten geführt, zum Teil seien dies längerfristig laufende Verträge.

Auf diese Teile will die Post nun zugreifen. Entscheidend scheint auch zu sein, das die Post zur Reduktion des CO2-Footprints im Konzern momentan keinen adäquaten Ersatz finden kann. Ein konkretes Datum für das Produktionsende wollte der Sprecher laut electrive.net aber nicht nennen, es dürfte sich aber allenfalls um ein paar Monate handeln. Die 300 Mitarbeiter in Aachen und Düren sollen für diesen Zeitraum weiter beschäftigt werden. Die Fertigungsanlagen übernehmen könnte gerüchteweise Electric Brands, die als emobs GmbH mit Sitz in Münster dann den eBussy in den Hallen montieren würde.

Nachdem die Post keinen Käufer für den Streetscooter fand, nahm man auch keine externen Bestellungen mehr an, weshalb man beschloss, die Produktion bis Jahresende 2020 auslaufen zu lassen. Komplett abgewickelt werden soll Streetscooter aber nicht, sondern künftig die Bestandsflotte der elektrischen Zustellfahrzeuge weiter betreiben, zu denen auch Lastenräder gehören. Für Service und Wartung der Fahrzeuge sind aber künftig weniger Mitarbeiter notwendig als für die Produktion. Die Post bezifferte im Februar die Kosten für den StreetScooter-Umbau mit 300 bis 400 Millionen Euro. Die Webseite existiert noch (Stand 13.11.2020, 10:00 Uhr) und führt noch den „Work Performance“ für 39.990 Euro netto im Programm, wurde aber in den Umfängen schon deutlich reduziert.

LOGISTRA-Kommentar:

Totgesagte leben länger, oder fahren: Nun stirbt der StreetScooter offenbar doch nicht so schnell wie gedacht. Bis die letzten vierstelligen Stückzahlen gebaut sind, dürften aber noch ein paar Monate ins Land gehen. Und sollte in den Hallen wirklich eines Tages der eBussy montiert werden, hätte die Post vielleicht sogar einen Nachfolger des Streetscooter gefunden – den zum Beispiel der Opel Vivaro-e, der Mercedes-Benz eVito, ABT e-Transporter & Co. anscheinend nicht ersetzen können.

 

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