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Symbio eröffnet Brennstoffzellen-Gigafactory - auch RAM-Pick-ups mit Fuel Cell

Mit einem Jahresausstoß von 50.000 Brennstoffzellensystemen soll die Gigafactory SymphonHy den Weg in die Großserienfertigung ebnen. Neben den Stellantis-Transportern sollen auch RAM-Pick-ups als Fuel-Cell-Varianten kommen. Joint Venture mit Schaeffler für Bipolarplatten-Fertigung.

Die Gigafactory SymphonHy soll im ersten Schritt 16.000 Brennstoffzellensysteme pro Jahr produzieren. (Foto: Symbio)
Die Gigafactory SymphonHy soll im ersten Schritt 16.000 Brennstoffzellensysteme pro Jahr produzieren. (Foto: Symbio)
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Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Claus Bünnagel)

Symbio, ein Joint Venture von Forvia, Michelin und Stellantis, hat unter dem Namen SymphonHy seine erste Gigafactory in Saint-Fons in Frankreichs Region Auvergne-Rhône-Alpes offiziell eröffnet – nach eigenen Angaben der größte integrierte Produktionsstandort für Brennstoffzellen in Europa. Der Standort beherbergt den Hauptsitz des Konzerns, eine Produktionsstätte, ein Innovationszentrum und die Symbio Hydrogen Academy. Ein hohes Maß an Automatisierung und Robotik ermögliche dort die industrielle Großproduktion zu wettbewerbsfähigen Kosten. Diese Entwicklungen seien laut Symbio der Schlüssel zur beschleunigten Einführung eines wettbewerbsfähigen wasserstoffbetriebenen Verkehrssektors.

„SymphonHy wurde in weniger als zwei Jahren errichtet. Das erste dort montierte Brennstoffzellensystem wurde im Oktober 2023 produziert, nur einen Monat nach Inbetriebnahme der Gigafactory“, berichtete Symbio-CEO Philippe Rosier.

SymphonHy in Zahlen

  • Aktuelle jährliche Produktionskapazität: 16.000 Brennstoffzellensystemen, Ziel bis 2026: 50.000
  • Fläche: aktuell 26.000 m2, bis 2026 rund 40.000 m2
  • Innovationszentrum mit 7.000 m2 Fläche und mehr als 450 beschäftigten Ingenieuren
  • 8.000 m2 ISO-8-zertifizierte Reinräume
  • Energieautarker Standort, von BREEAM als „sehr gut“ zertifiziert

Gesamtinvestition von einer Milliarde Euro

SymphonHy ist Teil von HyMotive, einem strategischen Industrie- und Technologieprojekt, das von der EU und der französischen Regierung über die Important Projects of Common European Interest (IPCEI) unterstützt wird. HyMotive steht für eine mehrjährige Gesamtinvestition von einer Milliarde Euro. Es ist geplant, eine zweite Gigafactory zu errichten und die Gesamtproduktionskapazität in Frankreich bis 2028 auf 100.000 Systeme pro Jahr zu verdoppeln. Angefangen mit 50 Mitarbeitern im Jahr 2019 beschäftigt Symbio jetzt über 750 Menschen und erwartet, durch das HyMotive-Projekt rund 1.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Derzeit sucht das Unternehmen bereits nach Expansionsmöglichkeiten und plant, eine neue Brennstoffzellen-Gigafactory in den USA zu bauen.

Wie geht es weiter?

Symbio bietet ein breites Portfolio von Lösungen an – von leichten und mittelgroßen Nutzfahrzeugen, Lastkraftwagen, Pick-ups, Bussen und Reisebussen bis hin zu Hebezeugen und mechanischen Handhabungsgeräten im Gelände. Stellantis, einer der weltweit führenden Automobilhersteller und Anteilseigner von Symbio, war das erste Unternehmen, das eine lokal emissionsfreie Wasserstofflösung für leichte Nutzfahrzeuge (Peugeot e-Expert, Citroën ë-Jumpy und Opel Vivaro-e) auf den Markt brachte. Das Unternehmen erweitert sein Angebot um große Transporter mit einer Mid-Power-Architektur, einer Reichweite von bis zu 500 km und einer Ladezeit von weniger als zehn Minuten.

Auch die RAM-Pick-ups sollen eine Fuel Cell bekommen

Stellantis bestätigte anlässlich der Gigafactory-Eröffnung in Frankreich seine Pläne, eine Wasserstofftechnologie für seine Pick-ups der Marke Ram zu entwickeln – im Einklang mit seinem Ziel, sein Fahrzeugportfolio mit einer Reichweite von 320 Meilen ALVW (Adjusted Loaded Vehicle Weight) oder 200 Meilen GCWR (Gross Combined Weight Rating) und schnellem Tanken zu elektrifizieren, ohne die Nutzlastkapazität zu beeinträchtigen. Alle diese Fahrzeuge werden mit Brennstoffzellen von Symbio ausgestattet.

Joint Venture mit Schaeffler

Darüber hinaus hat Symbio in Zusammenarbeit mit dem deutschen Konzern Schaeffler das 50/50-Joint-Venture Innoplate gegründet, um Bipolarplatten (BPPs) herzustellen, eine strategische Komponente in Brennstoffzellen. Innoplate hat seinen Sitz im Elsass (Frankreich) und wird im ersten Quartal nächstes Jahr mit einer anfänglichen Kapazität von vier Millionen BPPs betriebsbereit sein. Diese Zahl soll bis 2030 auf circa 50 Millionen BPPs pro Jahr ansteigen. Dann könnte Innoplate mehr als 120 Mitarbeiter beschäftigen.

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