Timocom Transportbarometer: Die Stimmung ist überraschend gut

Der Transportbedarf blieb im 1. Quartal 2024 hoch. Mehr als doppelt so viele Frachtangebote wie im Vorjahresquartal registrierte die Plattform. Zu erwarten ist aber, dass die Frachtpreise in den kommenden Wochen wieder sinken.

Dank der gestiegenen Nachfrage sich im ersten Quartal 2024 auch die Transportpreise spürbar gestiegen. (Foto: Pixabay)
Dank der gestiegenen Nachfrage sich im ersten Quartal 2024 auch die Transportpreise spürbar gestiegen. (Foto: Pixabay)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Nach einer Schwächephase zu Jahresbeginn bescherte das Osterfest im ersten Quartal 2024 einen deutlichen Aufschwung. Wie dem Transport Barometer von Timocom zu entnehmen ist, stiegen die Frachteingaben um beachtliche 30 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und erreichten nahezu das Niveau des Jahres 2022. Wie der Plattformbetreiber mitteilt, wurden auf dem Marktplatz mehr als doppelt so viele Frachtangebote wie im ersten Quartal 2023 eingestellt. Timocom bilanziert ein sattes Plus von 106 Prozent. Vor allem vor Ostern seien die Angebotszahlen und Preise merklich gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Kapazitäten wurden stillgelegt

Die Nachfrage nach Transportkapazitäten blieb auch im üblicherweise schwachen Monat Februar sehr hoch. Der starke Einbruch am Transportmarkt, den viele erwartet hatten, blieb aus. Timocom führt dies unter anderem darauf zurück, dass sich die Verfügbarkeit von Fahrzeugen reduziert hat. Viele Frachtführer haben Teile ihrer Kapazitäten stillgelegt oder diese nicht wieder aufgestockt. Im ersten Quartal wurden 28 Prozent weniger Lkw eingestellt als im Vorjahr.

 Hinzu kommt, dass der wirtschaftliche Abschwung nicht so eklatant ausgefallen ist, wie noch zum Jahreswechsel befürchtet wurde. Gegenüber dem Vorquartal, in dem das traditionell starke Weihnachtsgeschäft lag, konnten vor Ostern noch einmal 30 Prozent mehr Frachtangebote generiert werden.

Transporte vor Ostern teurer geworden.

Im Schnitt lagen die Frachtangebotspreise in Europa 6,2 Prozent höher als im Vorjahresquartal.

„Angesichts der gestiegenen Maut-, Personal- und Energiekosten ist dies eine mäßige Steigerung“, kommentiert Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei Timocom, die Preisentwicklung.

Der Anstieg der Frachtpreise ist aufgrund des erhöhten Bedarfs in den Wochen vor Ostern saisonal bedingt, da vor allem der Handel in diesen Tagen zusätzliche Lieferungen erwartet. Teilweise lagen die angebotenen Preise hier bis zu 16 Prozent über den Vorjahreswerten.

Preisrückgänge erwartet

„Der Preisanstieg im März wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2024 unter anderem durch harte Preisverhandlungen am Spotmarkt zurückgehen und die Frachtpreise werden folglich wieder sinken. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Kilometerpreis im Durchschnitt über den Angebotspreisen von 2023 liegen wird“, so Gburek.

Stimmung verbessert.

Auch in Deutschland sind die Transportangebote im ersten Quartal 2024 merklich gestiegen. Ein Plus von 102 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ist hier trotz trüberer Wirtschaftsprognosen ein bemerkenswerter Anstieg, allerdings war das Vergleichsquartal 2023 ein besonders schwaches.

Die Stimmung unter den Unternehmen in der Bundesrepublik hat sich verbessert. Nach Einschätzung des Plattformbetreibers können die Zahlen, die das ifo-Institut Ende März veröffentlicht hat, als Trendwende interpretiert werden. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im März von 85,7 Punkten im Februar auf 87,8 Punkte gestiegen. Auch die Erwartungen der Unternehmen seien weniger pessimistisch als zuvor, erklärte der Plattformbetreiber. Insbesondere in den Bereichen Transport und Logistik sowie im Gastgewerbe seien die Befragten jetzt zuversichtlicher gestimmt.

Wirtschaftliche Erholung und hoher Bedarf bis Juni

Der deutsche Außenhandel hat im ersten Quartal dieses Jahres überraschend stark an Fahrt aufgenommen. Die Exporte stiegen so stark wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Damit wird voraussichtlich auch der Transportbedarf bis einschließlich Juni hoch bleiben.

„Die Transportbranche ist von der konjunkturellen Entwicklung abhängig“, so Gburek. „Der positive Trend beim Warenaustausch innerhalb Europas spiegelt sich in den Frachtangebotszahlen wider und wird bis in den Sommer anhalten.“

Laut Prognose wird der Frachtanteil im Transportbarometer von Timocom mit kleineren Schwankungen bei einem Monatsdurchschnitt um die 75 Prozent liegen. Die wirtschaftliche Erholung in vielen europäischen Ländern hat hierauf einen größeren Einfluss als die stillgelegten und fehlenden Transportkapazitäten. Der Rückgang der Inflation und die sinkenden Energiepreise stellen für alle Seiten gute Voraussetzungen für eine weiterhin positive Entwicklung dar.