Werbung
Werbung
Werbung

transport logistic 2019: A-N.T. Cargo:3 - ein E-Lastenrad für Profis

Aus den Erfahrungen der Praxis entstand um den Nürnberger Logistikwissenschaftler Ralf Bogdanksi ein Modell, das die Robustheit eines Nutzfahrzeugs mit der Wendigkeit und Umweltfreundlichkeit eines Lastenrads kombinieren soll.

So muss Lastenrad: Logistikwissenschaftler Ralf Bogdanski steuerte bei dem A-N.T.-Projekt zahlreiche Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt und die Idee bei. | Foto: J. Reichel
So muss Lastenrad: Logistikwissenschaftler Ralf Bogdanski steuerte bei dem A-N.T.-Projekt zahlreiche Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt und die Idee bei. | Foto: J. Reichel
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Auch der neue E-Cargobike-Anbieter A-N.T Cargo hat die Bühne der transport logistic 2019 in München genutzt, um das erste Produkt einer Reihe von professionellen E-Lastenrädern zu zeigen. Am Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ wurde das schwere E-Cargobike ausgestellt, das aus den Erfahrungen des Lastenrad-Pilotprojekts der Technischen Hochschule Nürnberg um Prof. Dr. Ralf Bogdanski bei DPD und GLS in der Frankenmetropole heraus initiiert wurde. Es entstand gemeinsam mit der ZEG, der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft e.G. und der b&p engineering mobility GmbH. Auch der Service und Vertrieb soll über die marktmächtige ZEG erfolgen.

Ziel der Kooperation war es, ein möglichst robustes, erschwingliches und wirtschaftliches Heavy Duty Cargobike zu realisieren. Die Preisvorgabe von um die 10.000 Euro sollte nicht weit überschritten werden. Dafür setzte man weniger auf Komponenten aus dem Fahrradbereich, sondern bediente sich vielfach im automobilen Sektor respektive bei preiswerteren Teilen und Komponenten von Motorrollern, so etwa bei den Reifen, Rädern und Bremsen. Hier setzt man etwa auf eine hydraulische Dreischeiben-Bremsanlage.

"Die meisten Cargobikes sind einfach zu sehr Fahrräder, keine Nutzfahrzeuge, wie wir sie brauchen", erklärte Ralf Bogdanski gegenüber LOGISTRA.

 

Vom Stil und der Machart her sollte das Fahrzeug daher eher in Richtung Flurföderzeuge gehen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Wartungs- und Servicekosten im mittleren vierstelligen Bereich viel zu hoch lägen für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Cargobike-Logistik-Unternehmens, erklärte der Wissenschaftler, der jüngst auch ein Fachbuch zum Thema "Nachhaltige Stadtlogistik" im HUSS-VERLAG veröffentlicht hat. 

Integriertes 3-Gang-Getriebe und Motorradkette

Beim Antrieb des Cargo:3 verwendet der Anbieter einen 48-Volt-Mittelmotor mit den gesetzlich erlaubten 250 Watt Leistung, der eigens für den Einsatz in gewerblichen Cargobikes gebaut worden sein soll. Er ist komplett gekapselt und gekoppelt an ein in den Motor integriertes Dreigang-Getriebe ohne externe Schaltung, das gute Steigfähigkeit garantieren soll. Die Kraftübertragung an die Hinterachse erfolgt über eine Motorradkette. Für die Energieversorgung sorgt ein und wechselbares Akku-Paket mit 810 Wh Kapazität, das auch verdoppelt werden kann.

Kompakt wie ein Fahrrad, stabil wie ein Flurförderzeug

Beim Fahrgestell legten die Macher Wert auf einen tiefen Einstieg von 40 Zentimeter sowie tiefen Schwerpunkt des Alu-Rahmens. Durch den modularen und zweigeteilten Aufbau des mit einem Knickgelenk mit dem vorderen Ladekorb verbundenen Gefährts soll sich hohe Wendigkeit mit guter Straßenlage und Fahrstabilität kombinieren. Die Gesamtlänge des nach wie vor als Fahrrad konzipierten Gefährts beträgt 2,2 Meter und die Breite 1 Meter. "Wir wollten bewusst in kompakten Maßen und beim Konzept als Fahrrad bleiben, weil wir uns sonst alle Vorteile des Bikes genommen hätten", meint Bogdanski. Dazu zählt er etwa die Nutzung von Radwegen oder den zulassungsfreien Betrieb.

Wie gesetzlich erlaubt für E-Cargobikes, verfügt das Lastenrad über eine Anfahrhilfe bis 6 km/h sowie eine Höchstgeschwindigkeit mit Tretunterstützung bis 25 km/h. Die vordere Ladeplattform darf 100 Kilogramm oder etwa ein Kubikmeter zuladen, auf dem Gepäckträger bis zu 60 Kilo schwere Fracht. Das Gewicht des Fahrzeugs selbst beträgt etwa 70 Kilogramm, bei 295 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht. Als Aufbauten sieht der Anbieter diverse Variationen wie KEP-Box, Muldenkipper oder Pritsche vor. Auch ein Briefzustellungsaufbau mit acht Behältern ist realisierbar. Fest im Angebot sind auch die sogenannten Orsy-Boxen des Werkstattspezialisten Würth.

Finanzierung oder Full-Service-Leasing möglich

Neben dem Kauf bietet das Unternehmen auch Leasing über Eurorad oder Finanzierung über den Dienstleistungsservice der ZEG an. Auch ein Full-Service-Leasing für drei Jahre inklusive Repararuren, Verschleiss oder Vandalismusschäden ist verfügbar. Darüber hinaus ist eine schwerere und europalettentaugliche Version des A-N.T mit Kofferaufbau angekündigt, die bereits zur Serienreife entwickelt ist und bis zu 300 Kilo Nutzlast bieten soll.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung