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transport logistic 2019: Rekordbeteiligung trotz Unsicherheiten

Die Messe blickt zuversichtlich auf die kommende Ausgabe, auch weil sich 2.360 Aussteller angekündigt haben und es mit Themen wie neue Seidenstraße, Brexit, City-Logistik oder Konjunktur viel zu besprechen gibt.

Schritt nach vorn: Eine Halle mehr, Rekordausstellerzahl und höhere internationale Beteiligung - die transport logistic 2019 lässt sich gut an. | Foto: Messe München
Schritt nach vorn: Eine Halle mehr, Rekordausstellerzahl und höhere internationale Beteiligung - die transport logistic 2019 lässt sich gut an. | Foto: Messe München
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Johannes Reichel

Die Messe München blickt zuversichtlich auf die kommende Ausgabe der transport logistic (4.-7. Juni 2019), die mit einer Rekordbeteiligung in die nächste Runde geht. Räumlich wurde um eine ganze Halle auf deren zehn plus Freigelände erweitert, um jetzt 2.360 Aussteller unterzubringen. Das entspricht einem Wachstum von neun Prozent, wie der Veranstalter bei einem Pressegespräch mitteilte. Besonders erfreulich sei die zunehmende internationale Beteiligung, die um drei auf jetzt 56 Prozent anstieg. Der Zuwachs stamme aus dem europäischen Ausland, aber auch die Präsenz chinesischer Firmen habe sich mit 64 Ausstellern nahezu verdoppelt. "Die neue Seidenstraße ist hier ein Treiber der Entwicklung. China hat eine klare geopolitische Strategie", meint Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München.

Einen Trend machen die Messeverantwortlichen auch bei den internationalen Gemeinschaftsständen aus, deren Zahl auf 25 zulegte, mit Premierenständen aus Sri Lanka, Rumänien, Litauen, Polen und der Türkei. Außerdem will der Veranstalter die etablierten Logistikanbieter auch mit jungen Start-up-Unternehmen vernetzen und zusammenbringen, was mit dem Wettbewerb "start.hub Logistics" gelingen soll.

Die Rückkehr des gelben Riesen: DHLs Comeback

Speziell erfreut zeigten sich die Organisatoren im Vorfeld über die Rückkehr des prominenten Logistikkonzerns DHL, der mit seiner Freight-Tochter nach dem Abschied 2011 wieder Präsenz zeigt. Zudem hat DPDHL-CEO Frank Appel für die hochkarätig besetzte Eröffnungsveranstaltung zugesagt, der mit Dorothea Boxer, Vorstand Produkt bei Lufthansa Cargo, Alexander Doll, Finanzvorstand der Deutschen Bahn, Rolf Habben Jansen, Vorstandsvorsitzender von Hapag-Loyd diskutiert.

Im Zentrum des Auftritts von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll der neue Masterplan Schienengüterverkehr mit diversen "Sofortmaßnahmen" stehen, wie überhaupt das Thema "Mut zur Schiene" einen Schwerpunkt der Messe bilden soll. In Sachen Seefracht wird das Thema Schwefellimit für Gesprächsstoff sorgen, im Straßengüterverkehr der fast schon "Klassiker" seit Jahren: Der Fahrermangel. Um ihn zu bekämpfen, müssten die Arbeitsbedingungen verbessert, das Berufsbild angepasst und neue Zielgruppen angesprochen werden, glauben die Messeveranstalter.

Überwiegend optimistischer Blick der Logistiker

Trotz der Herausforderungen, die der Brexit, Handelskrieg zwischen USA und China, die Konjunktureintrübung oder dem Klimawandel würden nach der Umfrage Trendbarometer 2019 unter Messebesuchern die meisten der 2.680 Teilnehmer "eher positiv" in die Zukunft der Logistikindustrie, 41 Prozent glauben an eine gleichbleibende Lage. Allerdings wappnen sich 60 Prozent mit Maßnahmen wie Effizienzprogrammen gegen etwaige Verwerfungen. Der Brexit schreckt die allermeisten überhaupt nicht: 38 Prozent sagten, sie seien auf alle Eventualitäten eingestellt, die Hälfte sieht sich vom Austritt der Briten überhaupt nicht tangiert.

Erstaunlich: Viele Entscheider setzen auf Kooperation

Bei den Herausforderungen steht der Fachkräftemangel ganz oben in der Liste mit 45 Prozent, gefolgt von Wettbewerbsdruck und Fahrermangel. Ein Drittel besorgt die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, ein Viertel zunehmende bürokratische Auflagen. Investieren wollen die Umfrageteilnehmer, darunter 72 Prozent Entscheider, folgerichtig in die Industrie 4.0, in Telematik und autonomes Fahren sowie Alternative Antriebe/Elektromobilität. Der Einsatz von Robotern und künstliche Intelligenz sind jeweils nur für 14 Prozent ein Investitionsthema. Erstaunliche 64 Prozent denken übrigens, sie investierten schon genug in die Digitalisierung.

Umso mehr sieht man die Notwendigkeit der Kooperation mit anderen Akteueren (20 %), den Einsatz von Lieferfahrzeugen mit alternativen Antrieben (17 %) sowie die Bündelung von Sendungen unterschiedlicher Dienstleister als Top-Trends.

City-Logistik: Gegen den drohenden Kollaps

Daran knüpft wiederum das der Komplex der City-Logistik an, das die Veranstalter als ein weiteres Top-Thema der Messe sehen. "Der Druck auf die Logistikbranche steigt und betroffen sind nicht nur die KEP-Dienstleister, sondern auch Stückgutspediteure, die dringend neue Konzepte für die Stadtbelieferung benötigen", so die Analyse von Stefan Rummel. Vor Ort präsentieren will man daher nicht zuletzt die Preisträger des Wettbewerbs "Nachhaltige Urbane Logistik" des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts. Es gelte, den "drohenden Kollaps zu verhindern", mahnt Rummel.

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