Transportbotschafter fordern mehr Anerkennung für Fahrer

In einem offenen Brief an Angela Merkel, zugleich an Verkehrsminister Andreas Scheuer und Agrarministerin Julia Klöckner adressiert, macht der Verein auf die Situation der Beschäftigten in der Logistik aufmerksam und startet die Petition „Mehr Wertschätzung in der Logistik“.

Mehr Wertschätzung für ihre Arbeitsleistung wünschen sich die Fahrer der Initiative. | Foto: Die Transportbotschafter e.V.
Mehr Wertschätzung für ihre Arbeitsleistung wünschen sich die Fahrer der Initiative. | Foto: Die Transportbotschafter e.V.
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Der Verein "Die Transportbotschafter" hat in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sowie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) adressiert ist, mehr Wertschätzung für den Beruf des Lkw-Fahrer eingefordert.

„Ackern und Anerkennung müssen in diesem Land künftig Hand in Hand gehen“, fordert der Vorsitzende des Vereins, Jens Thiermann.

Darin beschreibt der Verein Herausforderungen, mit denen die Logistik zu kämpfen hat, etwa der immense Zeit- und Kostendruck sowie die mangelnde Wertschätzung. Er nimmt sich dabei die aktuellen Bauernproteste zum Vorbild, die mit Sternfahrten, an denen jeweils Hunderte Bauern mit ihren Traktoren teilnehmen, den Verkehr in ausgewählten Städten lahmlegen.

Bauern stehen mit ihrem Protest nicht alleine

Die Bauern stünden mit ihrem Protest nicht alleine, heißt es in dem Brief. Die Forderung nach Wertschätzung und fairen Preisen teilten sie sich mit den Lkw-Fahrern. Diese seien nicht nur der Motor von Deutschland drittgrößter Branche, der Logistik. Wie es in dem Brief heißt, machen die Lkw-Fahrer überhaupt erst möglich, dass die landwirtschaftlichen Produkte frisch in den Regalen der Läden gelangen.

„Grundlage für die unverzichtbare Versorgungsleistung der Bauern ist eine perfekt getaktete Prozesskette von der Ackerkrume bis ins Ladenregal”, macht Thiermann deutlich.

Außerdem bringen die Lkw-Fahrer täglich Millionen Pakete zu ihren Empfängern und sorgen dafür, dass die „Unternehmen ihre Lieferversprechen einhalten können“. Ob Lebensmittel, Industriegüter oder Weihnachtspakete, tagtäglich werden 3,1 Milliarden Tonnen Ware per Lkw durch Deutschland befördert. Das erfordert eine perfekt abgestimmte Logistik und Mitarbeiter, die Ware verpacken, verladen, sichern und transportieren. Würden die Mitarbeiter der Logistik morgen streiken, stünde dieses Land still.

„Denn es sind die Lkw-Fahrer, die Lageristen und Disponenten, die unsere Wirtschaft am Laufen halten“, so Thiermann. Damit ihre Leistungen endlich die Anerkennung finden, die ihnen zusteht, hat der Verein die Petition „Wertschätzung für die Leistung der Logistik“ gestartet.

Hauptsache billig: Kein auskömmliche Preise erzielbar

Die Briefschreiber erklären, dass die „Herausforderungen, mit denen Landwirte und Logistiker zu kämpfen haben“ vergleichbar sind. Beide würden unter der Prämisse des Handels leiden, die lautet „Hauptsache Billig“. Dadurch könnten sie kaum auskömmliche Preise erzielen und kämpften gegen ein schlechtes Image. Von der Politik fordern die Transportbotschafter daher, dass sie in eine Wertschätzungskampagne einbezogen werden und die „Leistungen der Branche endlich anerkannt werden“.

Den Brief wird Thiermann im kommenden Jahr an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Agrarministerin Julia Klöckner überreichen – mit einer Liste der Unterstützer, die den Brief auf der Website der Transportbotschafter unterzeichnen können. Der Vorstand der Transportbotschafter ruft alle Beschäftigten der Logistik auf, sich der Aktion anzuschließen: „Machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Forderung. Damit Ackern und Anerkennung in diesem Land künftig Hand in Hand gehen“.

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