Transportbranche spart an der Zukunft

Logistikexperten befürchten laut einer aktuell durchgeführten Studie, den Anschluss beim Thema Digitalisierung zu verlieren. Grund sei der hohe Kostendruck.
Der hohe Kostendruck lässt Flottenverantwortlichen kaum Raum für Investitionen in die Zukunft. | Foto: Continental
Der hohe Kostendruck lässt Flottenverantwortlichen kaum Raum für Investitionen in die Zukunft. | Foto: Continental
Tobias Schweikl

Die 4. Continental Mobilitätsstudie offenbart Defizite der Transportbranche bei den Herausforderungen der Zukunft. Mehr als jeder zweite der in der Studie „Der vernetzte Truck“ befragten Logistikexperten fürchtet, dass die Branche beim Thema Digitalisierung den Anschluss verlieren könnte. Der immense Kostendruck ließe der Branche kaum Spielraum für Innovationen, so die Studie. Für die Mehrzahl der Logistiker (82 Prozent) in Deutschland müssen sich Investitionen innerhalb von nur zwei Jahren bezahlt machen. Und sogar 88 Prozent der Logistikexperten bestätigen in der Studie die These, dass der Kostendruck noch weiter steigen wird.
Mit den heute eingesetzten Nutzfahrzeugen ist die Branche überwiegend zufrieden: Dies gilt vor allem in puncto Zuverlässigkeit (67 Prozent) sowie Service und Wartung (64 Prozent). Zwei Drittel der Fahrer in Deutschland schätzen bei den Assistenzsystemen vor allem die Zuverlässigkeit und Bedienfreundlichkeit (jeweils 66 Prozent). Auffällig ist, dass 72 Prozent der Fahrer mit mindestens 30 Jahren Berufserfahrung sich mehr Assistenzsysteme wünschen.
Gleichzeitig ist das Interesse am automatisierten Fahren aber gering. Selbst angesichts des enormen Kosten- und Wettbewerbsdrucks in der Branche sehen nur 28 Prozent der befragten Logistik-Experten im automatisierten Fahren eine Chance für die Branche. In China sind es dagegen fast die Hälfte (47 Prozent).
Mit der „Mobilitätsstudie 2016 – Der vernetzte Truck“ legt Continental seine inzwischen vierte Mobilitätsstudie vor. Das Markt- und Sozialforschungsinstitut infas befragte Logistikexperten, Spediteure, Flottenbetreiber sowie Fernfahrer in Deutschland und China. Im Fokus stehen die Herausforderungen, die für die Logistikbranche durch Digitalisierung und Vernetzung entstehen.

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