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Transporter: Opel und PSA zeigen neuen Cargo-City-Van

Opel und PSA stellen die Nutzfahrzeugversion des Combo/Partner/Berlingo vor und wollen mit hoher Zuladung, viel Platz, Flexibilität und Assistenten wie digitalem Rückspiegel und Überladungsanzeige punkten.
Brüder im Geiste: Gemeinsam mit PSA hat Opel das sogenannte K9-Projekt umgesetzt, das schon weit vor dem Verkauf durch GM an PSA initiiert worden war. Damit endet die Kooperation zwischen Opel und Fiat. | Foto: Opel
Brüder im Geiste: Gemeinsam mit PSA hat Opel das sogenannte K9-Projekt umgesetzt, das schon weit vor dem Verkauf durch GM an PSA initiiert worden war. Damit endet die Kooperation zwischen Opel und Fiat. | Foto: Opel
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Johannes Reichel

Nach der Pkw-Variante Life hat Opel jetzt auch die Nutzfahrzeugversion des Combo vorgestellt. Der Kleintransporter ist baugleich mit den Pendants der Opel-Mutter PSA Citroen Berlingo und Peugeot Partner. Der Kastenwagen verfügt über 3,3 Kubikmeter Ladevolumen, das sich per klappbarer Beifahrersitzbank auf 3,8 Kubikmeter steigern lässt. Dann stehen knapp 3,1 Meter Ladelänge zur Verfügung. In der Langversion mit 2.975 mm Radstand können 3,44 Meter lange Frachtstücke verstaut werden, das reine Ladevolumen beträgt hier 4,4 Kubik. Im mit 557 mm auf angenehmer Beladehöhe liegenden Frachtabteil sollen dank ausreichender Breite zwischen den Radkästen zwei Europaletten Platz finden. Außerdem erweitert eine klassenübliche Leiterklappe die Staumöglichkeiten des Combo, die bis zu 100 Kilogramm Tragfähigkeit besitzt.

Die Nutzlast und Tragfähigkeit des weiterhin rundum einzelradaufgehängten Kleintransporters, der wie der Peugeot Expert/Citroen Jumpy auf der hybrid- und elektrotauglichen EMP2-Plattform des PSA-Konzerns basiert, soll mit 600 bis 1.000 Kilogramm für die Klasse sehr hoch liegen. Eine Innovation stellt die elektronische Überladungsanzeige dar, die per Sensoren nach Motorstart im Stand die Achslast überprüft. Sie warnt im Falle von Überballastierung per LED im Zentraldisplay. Interessant ist auch die erweiterte Nutzung der optional erhältlichen Rückfahrkamera als „digitaler Rückspiegel“ auch während der Vorwärtsfahrt. Dabei wird das Kamerabild vom Heck auf den Schirm des optionalen 8-Zoll-Touchscreens übertragen, in einem Feld von vier bis 30 Meter hinter dem Fahrzeug, praktisch, wenn etwa das Rückfenster verdeckt ist. Ebenfalls innovativ ist die Seitenkamera im rechten Außenspiegel, die sich zuschaltet, sobald der Blinker nach rechts betätigt werden. Dadurch soll der „Tote Winkel“ getilgt werden.

Fahrerassistenz:Auf Nummer sicher

Darüber hinaus kommen optional Systeme wie der Flankenschutz zum Einsatz. Das System warnt mittels Sensoren beim Rangieren im niederen Geschwindigkeitsbereich davor, dass eine Fahrzeugseite ein Hindernis (Pfeiler, Wände etc.) streifen oder mit ihm kollidieren könnte. Auch in der Nutzfahrzeugversion kommen die vom Pkw bekannten Fahrerassistenz-Systeme wie Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgänger-Erkennung, aktiver Spurhalte-Assistent, Berg-Anfahr-Assistent, intelligenter Geschwindigkeitsregler und -begrenzer mit Abstandsregelung oder Müdigkeits- und Verkehrsschilderkennung optional zum Einsatz. Auch eine Anhängerstabilisierung ist verfügbar.

Zeitgemäß ist ebenso das gegen Aufpreis erhältliche Multimediasystem Navi Pro, das über einen 8-Zoll-Schirm verfügt und die üblichen Konnektivitätsmöglichkeiten wie Bluetooth, Apple-Car-Play oder Android Auto bietet. Außerdem soll die 3D-Navigation eine schnelle Echtzeitroutenoptimierung unter Berücksichtigung der TMC-Meldungen erlauben. Wie beim Vorgänger von PSA bietet eine modulare und klappbare Beifahrersitzbank wieder die Möglichkeit, einen weiteren Beifahrer zu befördern. Der Knieraum ist hier allerdings durch die wuchtige Schaltkonsole stark eingeschränkt. Originell ist auch die Version mit Doppelkabine. Neben dem Fahrer finden hier bis zu fünf weitere Passagiere Platz vor der Trennwand. Die Sitzbank lässt sich nötigenfalls platzsparend umklappen und die Trennwand hinter Fahrer- und Beifahrerplätze schieben. Zum Transport extralanger Gegenstände dient außerdem eine Tür in der Trennwand. Auch die Anhängelast von bis zu 1.500 Kilogramm erweitert das Anwendungsspektrum.

Motorenangebot:Durch die Bank Euro 6d-Temp, Elektro-Version folgt 2020

Beim Interieur versucht Opel, mit einem eigenständigen Instrumenten-Design, eigenen Stoffen und Lenkrad sich von den baugleichen Brüdern abzusetzen, die jeweils firmentypische Akzente setzen. Peugeot wirbt etwa mit seinem sogenannten "i-Cockpit", das zeitgemäßes Instrumenten-Design sowie Konnektivität aus den Pkw-Modellen des Herstellers transferiert und ein 8-Zoll-Multimediasystem mit Touchscreen kombiniert. Bei Opel gibt es dafür ein Klappdeckelfach auf den Armaturen. Die Taschen in den Türen sind allerdings für größere Flaschen knapp bemessen.

Beim Motorenprogramm entspricht der Combo Cargo und seine Brüder dem Portfolio aus dem Modell Life. So erfüllen sämtliche Benzin- und Diesel-Aggregate die Euro6d-Temp-Norm und den kommenden, realitätsnäheren WLTP-Standard, der den NEFZ ablöst. Die Diesel werden per SCR-Kat und Rußpartikelfilter abgasgereinigt, aber auch bei den Turbobenzinern kommt neuerdings ein Partikelfilter mit passiver Regeneration zum Einsatz. Der Basis-Diesel leistet 75 PS und ist an ein Fünf-Gang-Handschaltgetriebe gekoppelt, ebenso wie der mittlere HDI-Motor mit 100 PS. Top-Version bei den Selbstzündern ist der 130-PS-HDI, der an ein Sechsgang-Handschaltgetriebe gekoppelt ist. Wahlweise steht für diesen Motor eine Acht-Gang-Wandlerautomatik zur Verfügung. Diese gibt es auch für den 130-PS-Variante des 1,2-Liter-Turbo-Benzin-Motors, die 100-PS-Version ist an ein Fünfgang-Getriebe gekoppelt.

Eine Erdgasversion wie beim Vorgänger, der ein Ableger des Fiat Doblo war, ist allerdings ebenso wenig in Sicht wie einstweilen eine Elektroversion, die es allerdings im Vorgänger bei PSA gab. Sie könnte zeitnah und in Kooperation wie die 4x4-Version nachgeschoben werden. Dem Vernehmen nach steht der Elektro-City-Van für 2020 an, auf Basis von PSA-Technik, die derzeit im Pkw-Baukasten des Konzerns entsteht. Dann folgt auch der neue Opel Vivaro, der von der Renault-Basis auf die PSA-Plattform umgestellt wird.

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