Traton Group: Auf den Einbruch folgt die Erholung

Volkswagen Lkw-Gruppe hat in den ersten neun Monaten des Jahres knapp ein Drittel weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz brach um etwa ein Fünftel ein.

Der Absatz der drei Marken Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus schrumpfte von Januar bis September um 29 Prozent. (Foto: Traton Group)
Der Absatz der drei Marken Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus schrumpfte von Januar bis September um 29 Prozent. (Foto: Traton Group)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Laut der Zwischenbilanz, die die Traton Ggroup am 10. November 2020 vorgelegt hat, führte die Corona-Pandemie in den ersten drei Quartalen des Jahres zu einem deutlichen Marktrückgang in Europa. Frühzeitig eingeleitete Kostenmaßnehmen sowie eine Erholung des Marktes hätten das Geschäft zuletzt aber wieder stabilisiert. Für das dritte Quartal meldet der Nutzfahrzeugkonzern sogar ein positives operatives Ergebnis in Höhe von 162 Millionen Euro.

Den Rückgang bei den Lkw, inklusive des Vans MAN TGE, beziffert der Konzern auf mit 29 Prozent. 115.800 Fahrzeuge seien verkauft worden. In Europa fiel der Absatzrückgang im Lkw-Geschäft der drei Marken Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus mit einem Minus von 37 Prozent am deutlichsten aus. Auch der südamerikanische Markt litt unter den Folgen der Covid-19-Pandemie. Hier schrumpfte der Lkw-Absatz der Gruppe um 20 Prozent. Matthias Gründler, CEO der Traton Group, erklärt hierzu:

„Nach dem deutlichen Markteinbruch im zweiten Quartal infolge der Covid-19-Pandemie hat sich unser Geschäft zuletzt erholt. Die auf Markenebene eingeleiteten Maßnahmen greifen, wir machen uns weiter fit für die Zukunft.“

Der Umsatz des Nutzfahrzeugkonzerns sank von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro. Das Operative Ergebnis lag hat sich mit einem Minus von 58 Prozent mehr als halbiert und erreichte nur noch 1,482 Milliarden Euro.

„Wir haben die Traton Group frühzeitig mit einem straffen Kostenmanagement auf das schwierige Wirtschaftsumfeld eingestellt. Im dritten Quartal konnten wir bereits erste Erfolge unserer Maßnahmen sehen, dennoch werden wir weiter strikt an den Kosten arbeiten müssen“, sagte Traton CFO Christian Schulz.

Scania Vehicles & Services verzeichnete einen Absatzrückgang von 36 Prozent auf 47.700 Fahrzeuge. Der Umsatz sank um 22 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Das Operative Ergebnis hat sich mit 419 Millionen Euro gegenüber 1.209 Millionen Euro im Vorjahr mehr als halbiert.

MAN Truck & Bus erzielte einschließlich des Vans MAN TGE einen Absatz von 53.500 Fahrzeugen, ein Minus von 30 Prozent. Der Umsatz sank um 18 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis meldet das Unternehmen einen Verlust von 414 Millionen Euro.

Vorbehaltlich eines neuerlichen Anstiegs der Infektionszahlen im Rahmen der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Gegenmaßnahmen der jeweiligen Länder sowie möglichen Auswirkungen auf unsere Produktion und unsere Lieferketten gehen Traton von einer weiteren Erholung der Geschäftsaktivitäten zum Jahresende 2020 aus.

In Summe werden über alle Kernregionen hinweg im Gesamtjahr 2020 die Neuzulassungen für mittelschwere und schwere Lkw (>6 Tonnen) jedoch weiter rückläufig sein, so die Prognose. Für den Umsatz der Traton Group und des Segments Industrial Business geht der Konzern ebenfalls von einem erheblichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr aus.

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