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Trucksters plant Langstreckentransporte per E-Lkw

Start-up erhält frisches Kapital und will zwischen 2023 und 2024 zehn neue Fernverkehrskorridore in Europa eröffnen - mit Hilfe von Continental, Volvo und der EIB. Das Unternehmen möchte zudem Betreiber der ersten elektrifizierten Langstrecken werden.

Freut sich über frisches Kapital: das Trucksters-Team. (Foto: Trucksters)
Freut sich über frisches Kapital: das Trucksters-Team. (Foto: Trucksters)
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Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Mit Hilfe von KI und Big Data will Trucksters den Langstrecken-Transport revolutionieren. Für den Ausbau seines Angebots hat jetzt das spanische Transportunternehmen eine weitere Investitionsrunde gestartet und dabei 33 Millionen frisches Kapital eingesammelt. Mit dabei waren sowohl neue als auch bereits bekannte Investoren.

Das Kapital solle dazu dienen, einige der strategischen Ziele zu verwirklichen, teilt Trucksters mit. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr damit beginnen, eine erste Strecke mit e-Lkw zu elektrifizieren. Dadurch könne es zum ersten Unternehmen in Europa werden, das Ware über elektrifizierte Langstrecken transportiert. Darüber hinaus werden die Investitionen weitere Schlüsselbereiche des Unternehmens unterstützen. Unter anderem zählen dazu der Ausbau und die Stärkung des IT- und Managementteams sowie die Eröffnung zusätzlicher internationaler Korridore. Die Arbeitsbedingungen der Fahrer werden weiter verbessert und gleichzeitig an effiziente Transportlösungen für die Kunden gekoppelt.

Für die aktuelle Finanzierungsrunde konnte Trucksters erstmalig Continental’s Corporate Venture Capital Unit, Volvo Group Venture Capital, die Europäischen Investitionsbank (EIB) und FondICO gewinnen. Die Finanzierung der EIB ist Teil des europäischen Programms InvestEU, das Investitionen zur Unterstützung politischer Prioritäten der EU fördert. In diesem Fall sind es „Innovation, Digitalisierung und Humankapital“, Kernwerte, auf die das Business Model von Trucksters aufgebaut ist.

Dass sich außerdem bisherige Investoren erneut beteiligten, wertet Trucksters als Vertrauensbeweis. So wurde die Runde erneut von Kibo Ventures, dem deutschen Logistikfonds Amplifier VC, The Valley VC, Bonsai Partners und den Fonds Big Sur Ventures und Metavallon VC unterstützt. Sacha Michaud, Mitbegründer von Glovo und Mitglied des Verwaltungsrats als Non-Executive Chairman, investiert ebenfalls in diese Runde.

Dass sich Continental’s Corporate Venture Capital Unit, Investmenttochter des deutschen Reifen- und Fahrzeugkomponentenherstellers, erstmalig beteiligt, erklärte Geschäftsführer Jürgen Bilo damit, dass die Investition bei Trucksters im Einklang mit Continental‘s Vision von Mobilität seht, die innovative datengesteuerte Flottenmanagementlösungen umfasst, betriebliche Effizienz gewährleistet und nachhaltiges Wachstum fördert.

„Neben dem exzellenten Team und dem starken Geschäftsmodell sind wir davon überzeugt, dass die Lösung von Trucksters das Flottenmanagement revolutionieren und die Zukunft des Transports gestalten wird.“

Für Volvo Group Venture Capital – ebenfalls als neuer Investor dabei – kommentierte Präsident Martin Witt:

„Wir sind beeindruckt von dem, was Trucksters erreicht hat, und sehen, dass die Volvo-Gruppe einen beträchtlichen strategischen Wert für die Entwicklung des Unternehmens schaffen kann. Angesichts des wachsenden Bedarfs im Güterverkehr können Staffelsysteme eine solide Struktur für die Elektrifizierung von Langstrecken sowie für autonome Lösungen in der Zukunft bieten.“

Ricardo Mourinho Félix, Vizepräsident der Europäischen Investment Bank (EIB), die Trucksters ebenfalls für die neue Investmentrunde gewinnen konnte, unterstreicht:

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Trucksters im Rahmen dieses von InvestEU unterstützten Projekts, das dazu beiträgt, den Übergang zu nachhaltigen, effizienten und innovativen Verkehrsmodellen zu beschleunigen. Als Klimabank unterstützen wir in der EIB Initiativen zur Dekarbonisierung des Verkehrs in Einklang mit unserer Finanzierungspolitik für diesen Sektor. Diese Operation fördert auch den digitalen Wandel in Spanien und in der EU.“

Luis Bardají, Mitbegründer und CEO von Trucksters, freut sich über die aus seiner Sicht höchst erfolgreiche Finanzierungsrunde:

„Als wir Trucksters gründeten, hätten wir uns nie vorstellen können, dass wir nach nur wenigen Jahren eine Partnerschaft wie die, die wir gerade mit Volvo und Continental unterzeichnet haben, formalisieren würden. Sie als unsere Anteilseigner zu haben, ist ein Traum: Sicherheit, die Fahrer in den Fokus rücken, Nachhaltigkeit und Elektrifizierung sind die Elemente, die uns zur Gründung von Trucksters veranlasst haben, gleichzeitig gehören sie zu den Markenzeichen beider Unternehmen. Wir können viel von dem lernen, was sie bereits geschaffen haben, und wir freuen uns darauf, diese neue Phase gemeinsam zu beginnen.

300 Prozent Wachstum: 30 Millionen Euro Umsatz erreicht

Trucksters hat im März letzten Jahres bereits in einer Serie-A-Runde 14,3 Millionen Euro eingesammelt. Das Unternehmen verzeichnete 2022 Rekordeinnahmen von 30 Millionen Euro, was einer Steigerung von 300 Prozent gegenüber 2021 entsprich. In seiner Geschäftstätigkeit hat sich das Unternehmens auf Großkunden mit einer hohen Wachstumskapazität hin ausgerichtet. Ihnen verspricht Trucksters schnelle und zuverlässige Lösungen an, wie die Vergrößerung ihres Fuhrparks zur Deckung einer höheren Nachfrage. So gelang es dem Scale-up im Jahr 2022, seine Flotte um das Dreifache zu vergrößern und dabei Herausforderungen wie den gravierenden Fahrermangel in der Branche zu überwinden.

Trucksters ist in Spanien, Belgien, Deutschland und Polen vertreten und in sieben Ländern tätig: den Niederlanden, Deutschland, Belgien, Polen, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien. Seit 2020 fährt das Unternehmen Routen zwischen Europa und Spanien und nutzt dabei sein auf Big Data und künstlicher Intelligenz basierendes Lkw-Staffelsystem. Das Unternehmen operiert wie eine Fluggesellschaft über vier Hauptkorridore: Zentral- und Nordspanien mit Anbindung an Dortmund, die spanische Levante mit Anbindung an die Benelux-Länder und Westdeutschland, die Levante mit Polen und die jüngste Eröffnung in diesem Jahr, der neue Korridor für Zentralspanien mit Anbindung an Großbritannien. Es handelt sich um den ersten Trucksters-Korridor außerhalb der EU. Er verbindet Nordspanien mit Großbritannien in 28 bis 34 Stunden, und ist damit schneller als die üblichen Transportzeiten.

100 Prozent elektrifizierte Langstrecken bis 2023

Das Unternehmen verfolgt das Ziel der Nullemission im Fernverkehr und plant, bis Ende 2023 als eines der ersten Langstrecken-Straßentransporte mit E-Lkws zu fahren. In Kürze werde mit dem Einsatz mehrerer Elektro-Lkw begonnen, so die Mitteilung. Im Laufe des Jahres soll dann die Zahl der Stromer sukzessive erhöht werden. Bis Ende 2023 strebt der Transportdienstleister an, mindestens eine seiner Strecken zu 100 Prozent elektrisch fahren zu können.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern

Das Staffelsystem von Trucksters ermöglicht es den Fahrern, öfters zu Hause zu schlafen, da die Profis nur noch Abschnitte einer längeren Route fahren und an festgelegten Umschlagplätzen die Sattelauflieger mit einem anderen Lkw tauschen, um die Waren in die Gegenrichtung zu fahren. Dadurch verbessert sich einerseits die Lebensqualität der Fahrer, andererseits sind die Transportdienstleistungen, zumindest laut der Aussage des Unternehmens, kostengünstiger und fast doppelt schnell wie normalerweise.

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