Ukraine-Krieg: MAN muss Produktion drosseln

Der Lkw-Hersteller wechselt an den deutschen Standorten in die Kurzarbeit. Wegen fehlender Zulieferteile speziell Kabelbäumen droht mehrwöchiger Produktionsstillstand. Stornierungen angeboten.

Stillstand im Werk München: Wegen des Ukraine-Kriegs fehlen wichtige Teile. | Foto: MAN
Stillstand im Werk München: Wegen des Ukraine-Kriegs fehlen wichtige Teile. | Foto: MAN
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Der Krieg in der Ukraine führt bei MAN Truck & Bus zu massiven Versorgungslücken bei Lkw-Kabelsträngen. In der Folge stehen die Lkw-Werke München und Krakau seit 14. März 2022 still. In den Standorten Nürnberg, Salzgitter und Wittlich kommt es laut einer Pressemeldung des Unternehmens zu signifikanten Ausfällen. Lieferanten von Lkw-Kabelsträngen könnten an ihren ukrainischen Standorten nicht oder nur sehr eingeschränkt produzieren, so die Erklärung. Damit drohe ein mehrwöchiger Ausfall der Lkw-Produktion und eine deutliche Einschränkung der Fertigung im zweiten Quartal. Die Bus-Produktion sei hingegen nicht wesentlich beeinträchtigt. Im Vorstand der MAN Truck & Bus SE seien umgehend Maßnahmen zur Bewältigung der Situation ergriffen worden, teilt Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender der MAN Truck & Bus, dazu mit:

„Wir haben unmittelbar nach Kriegsausbruch unter anderem damit begonnen, ukrainische Zulieferstrukturen für Lkw-Kabelstränge in anderen Ländern zu duplizieren. Dies nimmt jedoch mehrere Monate in Anspruch.“

Für die Standorte München, Nürnberg, Salzgitter und Wittlich sei die Kurzarbeit verlängert und auch auf die Verwaltung ausgedehnt worden, so Vlaskamp weiter.

„Damit werden in der Spitze bis zu 11.000 MAN-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit gehen. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausland gelten länderspezifische Regelungen. Als Zeichen der Solidarität mit der Belegschaft wird auch der Vorstand aufgrund der dramatischen Entwicklung in den nächsten drei Monaten in einem erheblichen Maß auf Gehalt verzichten.“

Da das Unternehmen aufgrund der aktuellen Entwicklungen die vereinbarten Lieferfristen für Lkw nicht einhalten kann, hat MAN seinen Kunden eine Auftragsstornierung angeboten. Gleichzeitig wird ihnen die Möglichkeit einer Bestellung zu neuen Konditionen eingeräumt.

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