UPS und APCOA machen Parkhäuser zu Mikrodepots

Mit der Kooperation lösen die Partner das vielleicht größte Problem für die Skalierung von Lastenradlogistik und erschließen innerstädtische Flächen für Mikrodepots. Auch Ladeinfrastruktur oder Paketboxen sieht der Parkhausbetreiber als Optionen.

Guter Rat teuer: Meist scheitert die skalierte Umsetzung von umweltfreundlicher Lastenradlogistik an der Standortfrage. Mit Parkhäusern erschließen sich gewaltige Potenziale. | Foto: APCOA
Guter Rat teuer: Meist scheitert die skalierte Umsetzung von umweltfreundlicher Lastenradlogistik an der Standortfrage. Mit Parkhäusern erschließen sich gewaltige Potenziale. | Foto: APCOA
Johannes Reichel

Der US-Paketlogistiker UPS und der Parkhausbetreiber Apcoa Parking haben den Start einer internationalen Kooperation auf dem Feld der umweltfreundlichen Citylogistik bekannt gegeben. Seit einigen Jahren nutzt der KEP-Dienstleister in Irland die Parkhäuser als Basis für den Austausch von Paketsendungen von größeren Containern auf Lastenräder für die Letzte-Meile-Zustellung. Von diesem Jahr an wollen die beiden Unternehmen ihre Zusammenarbeit institutionalisieren und auf Deutschland ausdehnen. Bereits jetzt bestehen Basen in Dublin, Hamburg und Köln, geplant ist eine zügige Ausweitung des Konzepts auf andere Städte innerhalb der nächsten Jahre.

Große Potenziale in innerstädtischen Lagen

Mit ihrer Kooperation wollen die Firmen einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten, den Verkehrslärm und das Verkehrsaufkommen reduzieren und die urbane Logistik nachhaltiger gestalten. Zugleich eröffnet es dem Parkhausbetreiber die Möglichkeit, vorhandene Kapazitäten in mehrgeschossigen Anlagen als Apcoa Urban Hubs zu erschließen. UPS wiederum profitiert, indem man die Zustellung mittels Cargobikes beschleunigen kann, weil sich Staus vermeiden lassen und die Fahrzeuge schneller im City-Verkehr zu manövrieren seien. Unter den Vorzeichen der Partnerschaft liefert UPS seine Container an die jeweiligen Parkhäuser an, von dem aus die Cargobikes dann zustellen. Die Hubs sollen auch für das Aufladen der E-Lastenräder genutzt werden.

Neue Geschäftsmodelle: Paketboxen, Sharing-Punkte, Ladeinfrastruktur

Der US-Logistiker hatte bereits im Jahr 2012 in Hamburg ein erstes Pilotprojekt zur City-Belieferung mit Lastenrädern aus einem Containerdepot gestartet und dieses Modell mittlerweile auf 30 deutsche und etliche internationale Städte übertragen. Als eine der größten Herausforderungen erwies sich dabei, entsprechend geeignete und erschwingliche Flächen in den Innenstädten zu erschließen. Die Zusammenarbeit erschließt nun potenziell innerstädtische Möglichkeiten, die der Anbieter auf seinen 1,5 Millionen Parkplätzen mit 1,9 Millionen Quadratmeter Fläche sieht, nicht nur für urbane Logistik oder Paketboxen zur Selbstabholung, sondern auch für Ladeinfrastruktur oder Technologieservices wie auch Carsharing, was komplett neue Geschäftsfelder eröffnet.

 

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