Urbane Logistik: BMVI fördert Projekte mit einer Million Euro

Ministerium benennt innovative Projekte für den Lieferverkehr der Zukunft in acht Städten, die Lastenradeinsatz mit Mikrodepots kombinieren.

Mit der Förderrichtlinie „Städtische Logistik“ unterstützt das BMVI zum Beispiel neue Mikrodepots, aus denen Waren mit Lastenrädern ausgeliefert werden sollen. (Symbolbild: AdobeStock/ OceanProd)
Mit der Förderrichtlinie „Städtische Logistik“ unterstützt das BMVI zum Beispiel neue Mikrodepots, aus denen Waren mit Lastenrädern ausgeliefert werden sollen. (Symbolbild: AdobeStock/ OceanProd)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Melanie Wack)

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert acht neue Projekte der städtischen Logistik in Köln, Dresden, Berlin, Lüneburg, Bremen, Bad Honnef, Koblenz und Lahr mit insgesamt 1,1 Millionen Euro, das hat das BMVI am 3. Dezember bekannt gegeben. Über die Förderrichtlinie „Städtische Logistik“ unterstützt das BMVI laut Pressemitteilung seit Juli 2019 städtische Logistikkonzepte und Machbarkeitsstudien sowie die Errichtung von Mikrodepots. Hierfür stehen den Angaben zufolge insgesamt rund elf Millionen Euro zur Verfügung. Kommunen konnten sich bis Ende August 2021 bewerben.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Der Onlinehandel boomt. Immer mehr Pakete werden in die Städte transportiert. Der Lieferverkehr steigt. Um Staus und Emissionen zu vermeiden, die Pakete aber dennoch schnell und zuverlässig ausliefern zu können, brauchen wir innovative und kreative Lieferkonzepte. Hier setzen wir mit unserem Förderprogramm für die ,Städtische Logistik‘ an: Wir ermöglichen echte Pionierarbeit und unterstützen die Kommunen bei der Konzeption und Umsetzung ihrer Projekte: Mit den aktuellen Förderbescheiden stoßen wir allein vier neue Mikrodepots an, aus denen Waren mit Lastenrädern ausgeliefert werden sollen – in Köln, Dresden, Berlin und Lüneburg. So geht innovative Logistik!“

Aktuell bewilligt wurden die folgenden Projekte:

Köln: Geplant ist der Pressemeldung zufolge ein Mikro-Depot in Köln-Deutz in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Messe-Deutz, zur Innenstadt Deutz und zum Stadthaus. Aus dem Mikro-Depot sollen Transporte in die Stadtteile Deutz, Kalk, Mülheim und Humboldt/Gremberg emissionsfrei mittels Cargobikes, Light-Electric-Vehicles oder nicht fossil angetriebenen Nutzfahrzeugen erfolgen. Das Vorhaben sei ein Multi-User-Depot, an dem sich neun Unternehmen aus unterschiedlichen Teilbereichen des Güterverkehrs beteiligen. Das BMVI fördert das Projekt mit rund 350.000 Euro.

Dresden: Entstehen soll ein Multi-User-Mikrodepot am Bahnhof Dresden-Neustadt zur Feinverteilung von Paketen mit Lastenrädern beziehungsweise Fahrzeugen mit emissionsfreien und lärmreduzierten Antrieben. Ziel ist laut BMVI insbesondere eine lokal emissionsfreie Abwicklung von Lieferverkehren im Kurier-Express-Paket-Markt (KEP), die durch ein Mikrodepot gebündelt werden. Mehrere KEP-Anbieter haben bereits Absichtserklärungen zur Nutzung des Mikrodepots unterschrieben. Das BMVI werde die Errichtung des Mikrodepots mit rund 244.000 Euro fördern.

Berlin: Durch die Errichtung eines anbieterübergreifenden Mikrodepots auf einer Sondernutzungsfläche des Hammarskjöldplatzes an der Masurenallee (Messe Berlin) sollen Emissionen eingespart und der fließende Verkehr entlastet werden. Aus dem neuen Mikrodepot werden künftig Liefertouren für die Neue Kantstraße, die Kantstraße sowie diverse Seitenstraßen per Lastenrad und Light Electric Vehicle starten. Das BMVI wird die Errichtung des Mikrodepots mit rund 226.000 Euro fördern.

Lüneburg: Das neue Mikrodepot an den Sülzwiesen in Lüneburg soll es lokalen und überregionalen Logistikern ermöglichen, Gebiete im gesamten Lüneburger Stadtgebiet – insbesondere die Innenstadt – emissionsfrei zu beliefern. In zwei Containern können interessierte Partner Logistikflächen anmieten. Mehrere lokale Unternehmen sowie ein KEP-Anbieter haben bereits Interesse signalisiert. Das BMVI unterstützt das Projekt mit rund 64.000 Euro.

Bremen: Für die Freie Hansestadt Bremen wird ein Konzept entwickelt, um den städtischen Wirtschaftsverkehr nachhaltig zu gestalten und Sendungsmengen zu bündeln. Das BMVI wird das Vorhaben mit rund 77.000 Euro fördern.

Bad Honnef: Im Rahmen eines städtischen Logistikkonzepts geht es insbesondere um geeignete Maßnahmen, um Emissionen zu reduzieren und den Verkehrsfluss in Bad Honnef zu verbessern. Das BMVI ermöglicht die Erstellung des Konzepts mit rund 70.000 Euro.

Koblenz: Erstellt wird ein städtisches Logistikkonzept, das insbesondere die Einrichtung eines innenstadtnahen Logistikzentrums untersucht. Das BMVI fördert die Erstellung des Konzepts mit rund 48.000 Euro.

Lahr: Ein Citylogistik-Konzept soll Maßnahmen aufzeigen, die positive Veränderungen in der urbanen Logistik hinsichtlich der Prozesse und der eingesetzten Fahrzeuge ermöglichen. Das BMVI wird die Konzepterstellung mit rund 27.000 Euro fördern.

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