VDA: Nutzfahrzeugmarkt in Europa wächst weiter

Auf der Euroforum-Jahrestagung „Trends in der Nutzfahrzeugindustrie“ prognostiziert der Verband der Automobilindustrie (VDA) e.V. ein starkes Jahr 2016.
Die schweren Lkw sind auch in 2016 sehr gefragt. Der VDA vermeldet weitere Absatzsteigerungen in Westeuropa. | Foto: Daimler
Die schweren Lkw sind auch in 2016 sehr gefragt. Der VDA vermeldet weitere Absatzsteigerungen in Westeuropa. | Foto: Daimler
Martina Bodemann

Die Nutzfahrzeugindustrie werde in Westeuropa auch im Jahr 2016 ein Plus an neuzugelassenen schweren Nutzfahrzeugen vermelden, so Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), im Rahmen der Euroforum-Jahrestagung „Trends in der Nutzfahrzeugindustrie“. Nach 259.000 verkauften Einheiten und einer Steigerung von 14 Prozent in 2015, rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem Plus von weiteren vier Prozent bei den schweren Nutzfahrzeugen.
Die deutsche Automobilindustrie habe an der Entwicklung einen nicht unerheblichen Anteil. Auch in Deutschland werde das Vorjahresniveau leicht übertroffen, so Wissmann. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnete die Branche hier eine Absatzsteigerung von acht Prozent. Der Marktanteil deutscher Hersteller an neuzugelassenen Lkw liege bei 50 Prozent, so der VDA. Mit zirka 185.000 Beschäftigten arbeite fast jeder vierte Arbeitnehmer der Automobilindustrie hierzulande in der Nutzfahrzeugbranche.
Im weiteren Verlauf seiner Ansprache blickte Wissmann in die Zukunft: Nach einer Prognose der Bundesregierung steige der Straßengüterverkehr zwischen 2010 und 2030 um 39 Prozent. Um darauf zu reagieren, setzt die Nutzfahrzeugindustrie auf effizientere Fahrzeuge. Die Nutzfahrzeugindustrie habe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten enorme Reduktionserfolge bei den Schadstoffemissionen und beim Verbrauch vorzuweisen und in Zukunft würden Trucks immer stärker auch automatisiert und vernetzt fahren, erklärte Wissmann. Er fügte hinzu: „Wenn wir alle verfügbaren technischen und logistischen Möglichkeiten nutzen und darüber hinaus den Lang-Lkw noch stärker einsetzen, kann der Straßengüterverkehr noch erheblich CO2-effizienter werden.“ Dazu müssten aber Truck- und Trailer-Hersteller, Transportunternehmen, verladende Wirtschaft und die Politik an einem Strang ziehen. Es sei möglich, dass es bei den Nutzfahrzeugen in diesem Bereich sogar schneller vorangehen könnte als in der Pkw-Branche.

Printer Friendly, PDF & Email