Volkswagen ordnet die Lkw-Sparte neu

Wohl um seine Nutzfahrzeug-Sparte neu aufzustellen, hat der Volkswagen-Konzern den ausgewiesenen Lkw-Experten Andreas Renschler von Daimler abgeworben.
Tobias Schweikl
Der scheidende Daimler-Manager und Lkw-Fachmann Renschler soll bei Volkswagen als neuer Nutzfahrzeugchef spätestens bis September 2015 den aktuellen Lkw-Vorstand Leif Östling ablösen. Darüber hinaus soll auch die Lkw-Tochter Scania nun komplett übernommen werden. Den Aktionären wurde ein Übernahmeangebot mit einem Aufschlag von 50 Prozent vorgelegt. Weil das schwedische Aktienrecht weitreichende Sperrminoritäten für Minderheitsaktionäre vorsieht, gilt die vollständige Eingliederung Scanias als eine Grundvoraussetzung, um die Lkw-Sparte mit MAN und Scania neu aufzustellen. Renschler selbst darf aus vertraglichen Gründen erst ab Februar 2015 bei den Niedersachsen tätig werden. Volkswagen erhofft sich künftig mehr Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit der bislang weitgehend getrennt operierenden Hersteller MAN und Scania. Auch das Geschäft der leichten Nutzfahrzeuge wird wohl Teil der Neuordnung. Die Zusammenarbeit beim VW Crafter, der bislang von Daimler gefertigt wurde, ist bereits aufgekündigt. Wie und wo der neue VW Crafter künftig gefertigt wird und ob künftig auch das After-Sales-Geschäft der leichten Nutzfahrzeuge enger an die Lkw-Sparte angedockt wird, steht noch nicht fest.
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