Volkswagen: Shuttle-Dienst mit eigenem Elektro-Van

Konzern will mit der Beteiligung am Start-up Moia einen Shuttle-Dienst mit elektrisch angetriebenen Mini-Vans aufbauen. Das soll kein umgebauter VW Bus, sondern ein eigenständiges Fahrzeug sein.
Auf Knopfdruck Taxi: Die VW-Elektro-Shuttles, die der Konzern zusammen mit Moia Ende 2017 vorstellen will, könnten aussehen wie die Studie Budd-e, die man auf der CES in Las Vegas zeigte. | Foto: VW
Auf Knopfdruck Taxi: Die VW-Elektro-Shuttles, die der Konzern zusammen mit Moia Ende 2017 vorstellen will, könnten aussehen wie die Studie Budd-e, die man auf der CES in Las Vegas zeigte. | Foto: VW
Johannes Reichel

Nach der Beteiligung am Fahrdienstleistungsvermittler und Uber-Konkurrenten Gett vom Mai 2016 übernimmt der Volkswagen Konzern jetzt als 13. Konzernmarke den weiteren Uber-Rivalen Moia. Mit der neuen VW-Tochter will man in Großstädten weltweit einen Shuttle-Dienst aufbauen, der an Daimlers Pläne mit dem US-Ride-Sharing-Startup Via sowie dem italienischen Anbieter MVMANT erinnert. Bei den App-basierten Diensten, die Mercedes-Benz Vans mit seinen Kooperationspartnern derzeit im Feld erprobt, fahren Großraumlimousinen wie eine Mischung aus Sammeltaxi und Minibus durch die Stadt und können "on demand" geordert werden. Ähnlich hat das offenbar VW mit Moia vor. Eine App gibt dem Nutzer an, an welchen Sammelpunkt er laufen soll. Dort wird er von einem Moia-Minibus abgeholt.

Bei diesen Fahrzeugen soll es sich dem Vernehmen nach um elektrisch angetriebene Mini-Vans handeln. "Das wird nicht nur ein umgebauter Van oder VW Bus sein", erklärte Moia-CEO Ole Harms gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Die Fahrzeuge sollen eigens entwickelt und auf den Zweck hin gestaltet werden und auf Technik aus dem Konzernbaukasten zurückgreifen. Sie könnten sich die Antriebstechnik mit dem für 2017 angekündigten VW eCrafter teilen, der dann als kurze Kastenwagenversion in ersten gewerblichen Pilotflotten in Einsatz befindlich sein soll. Moia hat angekündigt, das Fahrzeug Ende 2017 vorzustellen und will bereits 2018 mit mehreren hundert Fahrzeugen im Feld sein. Als Pilotstädte sind Hamburg und Berlin, zugleich der Sitz der 50-Mitarbeiter-Firma Moia, vorgesehen. Darüber hinaus plant das Startup auch fahrerlose Versionen des Mini-Busses, die bereits 2019 auf der Straße sein sollen. Bis 2025 hat sich der Anbieter vorgenommen, eine der größten fahrerlosen Autoflotten weltweit zu betreiben.

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