VW Nutzfahrzeuge: Neuer E-Crafter und E-Van-Familie "Space" ab 2028

Wie die DPA berichtet, soll nach dem kompakten ID Buzz ab 2028 ein neuer e-Crafter folgen und mit ihm eine komplette E-Transporter-Familie.

Familienzuwachs für den ID Buzz: Es kommt eine neue E-Transporterfamilie. (Symbolbild: VW Nutzfahrzeuge)
Familienzuwachs für den ID Buzz: Es kommt eine neue E-Transporterfamilie. (Symbolbild: VW Nutzfahrzeuge)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

VW Nutzfahrzeuge forciert die Elektrifizierung seiner Baureihen: Nach dem aktuell solitären ID.Buzz, der auf der Pkw-Plattform MEB basiert, soll den richtigen Auftakt 2028 der Nachfolger des 3,5-Tonnen-Transporters Crafter, wie VW Nutzfahrzeuge-Chef Carsten Intra im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ankündigte, über das die Zeitung Transport berichtet. Die anderen Modelle sollen sukzessive folgen, mit dem Ergebnis einer kompletten E-Van-Familie unter dem Projektnamen "Space".

Nur der Kombi des ID.Buzz kommt demnächst noch als Langversion, den Caddy gibt es nur als Plug-in-Hybrid und nach dem Ende des e-Crafter klafft eine große Lücke im Programm, die erst der Nachfolger des T6.1 teilweise schließen dürfte. Denn er basiert auf dem jüngst zum "International Van of the Year 2024" gekürten und komplette neuen Multiantriebskonzept Ford Transit Custom und kommt demnach wohl auch als reine E-Version, tendenziell auch als Plug-in-Hybrid. Die beschleunigte Elektrifizierung in Hannover ist Folge eines stornierten Großauftrags von Audi, die ab 2026 ein neues Elektro-Topmodell in Hannover bauen lassen wollten. Als Ersatz erhielt VW Nutzfahrzeuge vom Konzern den Zuschlag für seine eigene Elektro-Plattform, so Intra gegenüber der DPA weiter. Das schaffe die Möglichkeit, die gesamte Flotte zu elektrifizieren. Auf der neuen Plattform, die wohl ebenfalls in Kooperation mit Ford entsteht, könne erstmals eine ganze Fahrzeugfamilie entwickelt werden.

"Wir haben unsere Strategie komplett umgestellt. Von viel Fremdfertigung für andere Marken hin zu eigenen Produkten", erklärte Intra der Agentur. Dadurch halte man jetzt alle Fäden selbst in der Hand. Das werde den Wegfall des Audi-Auftrags am Ende mehr als ausgleichen, glaubt der VWN-Chef. Bei VW Nutzfahrzeuge laufe das Geschäft anders als in der Pkw-Sparte laut Intra aktuell gut. Lieferengpässen der vergangenen Jahre seien überwunden, man arbeite den hohen Auftragsbestand, der bis Mitte 2024 reicht, jetzt ab.

Dabei werde VW Nutzfahrzeuge von dem zehn Milliarden Euro schweren Sparpaket, über das in Wolfsburg gerade mit dem Betriebsrat verhandelt wird, nicht tangiert. Ein konkretes Datum für den Verbrennerausstieg bei der VW-Tochter nannte Intra nicht, darüber würden die Kunden entscheiden. Allerdings strebt man für 2030 mehr als 55 Prozent Elektro-Anteil an.