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VW Nutzfahrzeuge setzt an zur Wende

Auf Basis eines erfolgreichen Geschäftsjahres 2018 mit hohen Verkäufen bei niedrigerer Marge will der Hersteller den Umbruch Richtung Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung in Angriff nehmen. Konzernentwicklung für Autonomes Fahren in Hannover gebündelt.

Zwischen Heute und Morgen: Die Basis für den Erfolg sollen T6.1 & Co legen, doch neue Mobilitätsformen wie ein e-Cargobike ergänzen zunehmend das Programm. Standortsymposium Hannover: Konzern- und Markenvorstände sowie Betriebsräte am T6.1 und CARGO e-Bike, wie auch das jüngste Standortsymposium mit VW-Konzernchef Herbert Diess und VWN-Markenvorstand Thomas Sedran VW Nutzfahrzeuge verdeutlichte. | Foto: VWN
Zwischen Heute und Morgen: Die Basis für den Erfolg sollen T6.1 & Co legen, doch neue Mobilitätsformen wie ein e-Cargobike ergänzen zunehmend das Programm. Standortsymposium Hannover: Konzern- und Markenvorstände sowie Betriebsräte am T6.1 und CARGO e-Bike, wie auch das jüngste Standortsymposium mit VW-Konzernchef Herbert Diess und VWN-Markenvorstand Thomas Sedran VW Nutzfahrzeuge verdeutlichte. | Foto: VWN
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Johannes Reichel

Volkswagen Nutzfahrzeuge will auf Basis eines ordentlichen Geschäftsjahrs 2018 die Weichen für die Zukunft der Marke stellen. Bei der Jahrespressekonferenz der Marke in Hannover stellte Thomas Sedran, Vorsitzender des Markenvorstands die Strategie GRIP 2025+ vor, die mit neuen Produkten, dem Umbau der Werke und der Entwicklung neuer Mobilitätsdienste einhergehen soll.

„Wir können den Wandel an der Spitze unserer Industrie gestalten, weil wir finanziell stark sind und die Synergien aus dem Konzern nutzen. Mit unserer neuen Strategie verfolgen wir einen klaren Plan und erhöhen das Tempo deutlich. Wir entwickeln uns vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsanbieter", skizzierte Sedran.

Dafür investiere die Marke nur für das laufende Jahr mehr als 1,8 Milliarden Euro. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe man 2018 das zweitbeste Ergebnis der Geschichte erzielt, verkündete Sedran weiter. Die Umsatzerlöse hätten mit 11,9 Mrd. Euro nahezu auf Vorjahresniveau gelegen, das Operative Ergebnis sank leicht auf 780 Mio. Euro, nach 853 Mio. Euro im Vorjahr. Belastend hätten sich höhere Vorleistungen für neue Produkte, negative Wechselkurseffekte und die Auswirkungen des neuen Testverfahrens WLTP bemerkbar gemacht. Mit rund 500.000 ausgelieferten Fahrzeugen hat VWN allerdings das Vorjahresergebnis übertroffen – und sieht damit seine Position als führender Hersteller von leichten Nutzfahrzeugen in Europa unterstrichen. Für das laufende Jahr erwartet die Marke Auslieferungen mindestens auf dem Niveau des Vorjahres, man erwartet ein "weiter sehr herausforderndes Umfeld".

Unter Strom: 2019 als Jahr des Aufbruchs für die Marke

Gleichzeitig soll 2019 ein Jahr des Aufbruchs für VWN werden, wie die Verantwortlichen betonen. Man wolle mit dem Programm Antworten finden auf die Fragen zum Klimaschutz, Digitalisierung, Mobilitätsdienste und autonomes Fahren. Die bekannten Angebote für Gewerbekunden und emotionale Fahrzeuge für Familie und Freizeit will man zunehmend ergänzen um innovative Mobilitäts- und Transportdienste. "Zu diesem Zweck wird die konzernweite Entwicklung für das autonome Fahren in Hannover gebündelt", erklärte der Hersteller. Alexander Hitzinger, neuer Entwicklungsvorstand der Marke, hat diese Aufgabe für die gesamte Volkswagen Gruppe übernommen.

Schlüsselrolle: Moia soll Mobilitätsdienste voranbringen

Für den Aufbau von neuen Mobilitätsdiensten nutzt man zudem das Know-how von Moia. Die Volkswagen Tochter startet nach erfolgreichen Tests in Hannover jetzt den Betrieb in Hamburg mit vollelektrischen Shuttle-Bussen auf Crafter-Basis. Durch die geplante Zusammenarbeit mit dem neuen Kooperationspartner Ford stärke die Wettbewerbsposition zusätzlich, finden die Hannoveraner. "Die beiden Hersteller ergänzen sich in ihren regionalen Stärken und mit ihren Produkten", so der Anbieter. Man habe bereits erste Verträge geschlossen, unter anderem der „Entwicklungsvertrag Pickup“ für die Nachfolge des Amarok. Perspektivisch sieht man weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit, bei zusätzlichen Fahrzeugprojekten, beim autonomen Fahren oder bei der gemeinsamen Nutzung von E-Mobilitäts-Plattformen.

Das sichtbarste Zeichen für den Start von VWN ins Elektro-Zeitalter soll ab 2022 der ID. Buzz geben, der in Hannover produziert wird und den der Hersteller als die "vollelektrische Version der legendären T-Reihe" bezeichnet. Einen T7 als Elektroversion wird es dagegen nicht geben, laut einem Bericht der Wolfsburger Zeitung.

„Der ID. Buzz ist sicher das wichtigste Produkt der kommenden Jahre. Er ist zugleich das Sinnbild für die Zukunft der Marke: emissionsfrei, innovativ und emotional. Auch der Bulli für die nächste Generation kommt aus unserem Stammwerk“, meinte Sedran.

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