VW T6: Gestrafft und gesäubert in Runde sechs

Mit einer gründlichen Modellpflege, neuen Motoren und Assistenzsystemen wertet Volkswagen Nutzfahrzeuge den T5 zum T6 auf.
Johannes Reichel

Nicht nur wegen der künftig als Sonderlackierung erhältlichen Farbgebung rot-weiß als Reminiszenz an den Samba-Bus kommt einem der „Bulli“ bekannt vor: Auch sonst bleibt der VW Transporter der eher evolutionären Design­-Linie treu.


Das Wichtigste hat sich unter dem Blech getan: Um die Euro-6-Norm zu erfüllen, setzt VW Nutzfahrzeuge konsequent und in allen Reihen auf SCR-Abgasreinigung. Im Falle des VW T6 kommt für die Reduzierung der Stickoxide per SCR-Kat ein 13-Liter-AdBblue-Tank zum Einsatz, der für rund 7.000 km ausreichen soll. Zweifach Tanken wird künftig also lästiger, aber unvermeidlicher Standard. Zudem fallen wohl ein paar Mehrkilo an Gewicht durch das SCR-System an.
Niedriger dagegen der Diesel-Verbrauch, der im Schnitt um rund 15 Prozent sinken soll, auch dank serienmäßigem Start-Stopp-System. Top beim Spritkonsum: Der neue 75-kW-Motor, der sich als Kombi-Version mit Blue-Motion-Paket laut Hersteller mit 5,5 l/100 km begnügt. Am oberen Ende der Skala steht der per Biturbo geladene TDI:Er bringt es auf 150 kW (204 PS) und 450 Nm Drehmoment, die bereits bei 1.400/min anliegen.


Ein geschmeidigeres Anfahren, das verspricht VWN für alle T6. Während die beiden schwächeren Aggregaten in Leistung und Drehmoment gleich blieben (62 und 75 kW/220 und 250 Nm), legte auch der zweitstärkste TDI-Motor von 102 auf 110 kW zu, bei weiterhin 340 Nm Drehmoment, das aber früher anliegt. Bei den Einstiegsmotorisierungen bleibt es zudem bei einer Fünfgang-Schaltung. Gleichzeitig mit der Performance will VW die Vibrationen und Geräusche deutlich reduziert haben. Wie beim Caddy tragen auch glattgeschliffene Spiegel dazu bei, die Geräuchkulisse zu verbessern.

Außer dem Motor präsentierte VW auch eine neue Armaturentafel für den T6, die ähnlich wie beim Caddy durch klarere, kantigere Gestaltung und besser nutzbare, in der Nutzfahrzeugversion großteils offene Ablagen auffällt. Man findet sich auf Anhieb zurecht. Außerdem rüstet VW in Sachen Infotainment auf und führt neue Online-Dienste und Multimediageräte teils mit kapazitivem Display wie beim Handy aus Golf & Co ein.


Wie beim Caddy sorgen zahlreiche Fahrassistenzsysteme für mehr Sicherheit oder „Entlastung“ des Fahrers: Serie sind etwa Reifen­drucküberwachung, Müdigkeitserkennung und die Multikollisionsbremse, die Folge­unfälle unterbindet. Optional bietet VW im T6 einen sensorbasierten Abstandstempomaten (ACC), einen Front Assist mit City-Notbremsfunktion, LED-Leuchten, einen Fernlichtassistenten oder ein adaptives Fahrwerk (DCC) an. Parkpilot mit Kamera, Einparkassistent sowie Tote-Winkel-Warner und Bergabfahrassistent runden das Paket ab. Beim Kombi soll der Passagierraum besser zugänglich und flexibler nutzbar sein, etwa durch die leichter wickelbare Bank in Reihe 3. Wahlweise gibt es eine elektrische Heckklappe.
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