Wegen Coronapandemie: Nutzfahrzeugmarkt in der EU schrumpft deutlich

Im Monat Mai ist der Absatzmarkt für Nutzfahrzeuge erneut stark eingebrochen. In der EU sanken die Neuzulassungen um mehr als 44 Prozent. Noch drastischere Zahlen meldet der ACEA aus dem April. Im Hochmonat der Corona-Pandemie gingen die Neuzulassungen gar um 67 Prozent zurück.

Leidet unter Corona: Der europäische Nutzfahrzeugmarkt. (Foto: Pixabay)
Leidet unter Corona: Der europäische Nutzfahrzeugmarkt. (Foto: Pixabay)
Tobias Schweikl
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Wie der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA meldet, wurden im Mai 2020 innerhalb der Europäischen Union (EU) 44,4 Prozent weniger Nutzfahrzeugzulassungen registriert, als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dabei sei der Rückgang weniger ausgeprägt gewesen als im April. Die Maßnahmen zur Eindämmung von Covis-19 seien, so erklärt es der Verband, im Mai bereits wieder gelockert worden. Die Nachfrage ging in allen Nutzfahrzeugsegmenten. Betroffen waren praktisch alle Märkte, auch die größten der EU. Spanien meldet einen laut ACEA einen Einbruch um 59,0 Prozent. Das Land auf der Iberischen Halbinsel verzeichnete zusammen mit Deutschland – dort sank die Zahl der Neuzulassungen um 47,9 Prozent – die größten Verluste. Danach folgten Italien mit einem Rückgang um 36,5 Prozent und Frankreich mit minus 35,0 Prozent.

Aufgrund der seit drei Monaten stark rückläufigen Nachfrage nach neuen Nutzfahrzeugen sei, so teilt der Verband mit, addiere sich der Verlust seit Januar auf inzwischen 36,7 Prozent. Jeder der 27 EU-Märkte verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf zweistellige prozentuale Rückgänge, die höchsten Werte melden Litauen mit minus 55,7 und Spanien mit minus 49,3 Prozent.

Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Marktsegmenten melden ACEA für Kleintransporter einen Absatzrückgang im Mai um 41,3 Prozent auf 92.604 Einheiten. Im April wurden in diesem Segment sogar 80 Prozent weniger Fahrzeuge angemeldet. Damit schrumpfte der EU-Markt für die leichten Nutzfahrzeuge von Januar bis Mai um 36,4 Prozent.

Im Segment der schweren Lkw sanken die Neuzulassungen um 59,7 Prozent auf 11.783 Einheiten zurück. Betroffen waren alle Regionen außer Zypern und Griechenland, die als einzige EU-Mitgliedstaaten ein Wachstum verzeichneten. Im gesamten bisherigen Jahreserlauf 2020 addiert sich die Zahl der Neuzulassung schwerer Lkw innerhalb der EU auf 76.232 Einheiten, das sind 41,1 als im Vorjahreszeitraum. In Deutschland ging die Nachfrage um 36,8 Prozent zurück.

Über sämtliche Klassen betrachtet sank der Absatz von Lkw innerhalb der EU im Mai um 56,9 Prozent. Damit halten die rückläufigen Zahlen seit elft Monaten in Folge an. Bei der mittleren und schweren Nutzfahrzeuge bleib Deutschland mit 4.535 zugelassenen Einheiten führend – trotz eines Absatzverlustes von 54,6 Prozent).

In den fünf ersten Monaten des Jahres 2020 zählte die Europäische Union 95.174 neu zugelassene Lkw, das sind 38,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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