Weltweite Lkw-Märkte nähern sich an

Einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger zufolge drängen die westlichen Nutzfahrzeughersteller verstärkt auf die wachsenden Automobilmärkte in China, Indien, Brasilien und Russland.
Redaktion (allg.)
Die dortigen Anbieter weiten, so Berger, ihrerseits ihre Absatzmärkte weltweit aus und kommen so nach Europa und Nordamerika. Beide Seiten haben laut der Studie Chancen, sich zu etablieren. Denn die globalen Märkte nähern sich immer weiter an. Die Bedürfnisse von Kunden in Schwellenländern werden sich demnach sowohl in den Bereichen Qualität, Komfort und Service als auch bei der Finanzierung bis zum Jahr 2020 den Ansprüchen im Westen weitgehend anpassen. Länderspezifische Unterschiede bei der Produktion und dem Absatz von Nutzfahrzeugen müssten dann nicht mehr berücksichtigt werden, ein Fahrzeugmodell könnte ohne wesentliche Modifikationen auf verschiedenen Märkten angeboten werden. Unterstützend kommt laut den Experten hinzu, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen und technischen Anforderungen an Nutzfahrzeuge sowohl in der Europäischen Union und den USA als auch in China und Indien ein ähnliches Niveau erreichen werden. Wenn ein Produkt auf dem chinesischen Markt zugelassen würde, müsste es nicht noch einmal grundlegend überarbeitet werden, um auch in der EU eine Zulassung zu erhalten. Vorerst müssen die Hersteller jedoch ihre Produkte an die lokalen Wünsche anpassen. Dabei sei auch der Geldbeutel der Kunden zu beachten. Premium-Produkte müssen möglicherweise abgespeckt werden, damit sie in Schwellenländern gekauft werden und gleichzeitig Gewinn abwerfen. Low-cost-Fahrzeuge aus Asien müssen dagegen um Sicherheits- und Komfortkomponenten für die westliche Welt ergänzt werden. Nur so lässt sich auf fremden Märkten Fuß fassen. (swe)
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