Wettbewerbsvorteil Logistik: s.Oliver schraubt an der Performance

Neues Servicecenter für s.Oliver wird errichtet. Das Modeunternehmen will damit seinen Lieferservice verbessern.

Das neue Service Center von s.Oliver in Dettelbach (Planungsentwurf) soll einen taggleichen Versand bei Bestellungen bis 15 Uhr ermöglichen. | Bild: Panattoni
Das neue Service Center von s.Oliver in Dettelbach (Planungsentwurf) soll einen taggleichen Versand bei Bestellungen bis 15 Uhr ermöglichen. | Bild: Panattoni
Tobias Schweikl

Der Fashion- und Lifestyle-Spezialist s.Oliver Group will im März 2024 ein neues Service Center in Dettelbach (Bayern) in Betrieb nehmen. Die neue Anlage soll die gesamte logistische Abwicklung des B2C-Geschäfts, darunter die Belieferung der E-Commerce-Kunden, VAS-Tätigkeiten und anschließender Retourenbearbeitung umfassen. Für den B2B-Bereich soll der gesamte Nachorder-Prozess sowie die Belieferung eigenbewirtschafteter Flächen inklusive Floor-Ready-Merchandise in das Service Center integriert werden.

„Um unsere Kunden bestmöglich zufriedenzustellen und weitere Marktanteile zu gewinnen, ist eine gut organisierte Logistik ein zentraler Erfolgsfaktor. Hier braucht es kurze Wege, effiziente Prozesse und neueste Technologien, um zukunftsfähig zu sein. Mit dem neuen Konzept werden wir diesen Anforderungen gerecht und stellen gleichzeitig die Weichen für weiteres Wachstum im Rahmen unserer Internationalisierungs- und E-Commerce-Strategie“, so Oliver Hein, Chief Operating Officer der s.Oliver Group.

Die Investition soll nicht nur die Lieferfähigkeit sicherstellen. Erwartet wird auch ein erhöhter Lieferservicegrad durch einen taggleichen Versand bei Bestellungen bis 15 Uhr.

Unterstützt wird das Unternehmen in diesem strategischen Projekt von der Unternehmens- und Logistikberatung Miebach Consulting GmbH. Die Berater sind für die Detailplanung und Realisierung des Logistikzentrums verantwortlich, inklusive des Bau-Controllings der Gebäudeerstellung, Mieterausbau, Intralogistik, IT (WMS und WCS-Umsetzung) sowie Anlaufmanagement. Miebach wolle bei der Umsetzung Simulations- und Emulationstechniken einsetzen, um Aufwand und Dauer der Testphasen zu reduzieren, heißt es.  

„Das s.Oliver Service Center entsteht unter der Zielsetzung Omnichannel“, sagt Ole Grasedyck, Principal, Miebach Consulting und PMO im Service-Center-Projekt. „Der digitale Wandel, veränderte Kundenwünsche sowie nicht zuletzt die coronabedingte E-Commerce-Beschleunigung erfordern eine leistungsfähige und gleichzeitig äußerst agile Logistik, um veränderte Nachfragevolumina und Auftragsgrößen schnell und effizient kanalübergreifend abwickeln zu können. Entsprechend wurde das Logistikzentrum konzipiert.“

Im Rahmen der Konzeptplanung wurde aus verschiedenen Automatisierungsstufen die für s.Oliver optimale ausgewählt. Eine manuelle Lagerung für Hänge- und Liegewaren ist über automatisierte Transporte mit den vor- und nachgelagerten Prozessen verbunden. Ein automatischer Puffer für Retouren ermöglicht eine zeitnahe Verfügbarkeit für den Waren-Wiederverkauf und ein Taschensortersystem konsolidiert die Aufträge kundenspezifisch und versorgt gleichmäßig die Verpackungsarbeitsplätze.

„Die Relevanz des Projekts für den Unternehmenserfolg und die straffe Timeline für die Umsetzung erfordern eine starke Großprojektorganisation mit einer Vielzahl von internen und externen Beteiligten sowie Schnittstellenpartnern. Die ganzheitliche Beratungsleistung von der Planung bis zur Realisierung sowie die umfassende Erfahrung in Intralogistikprojekten haben uns überzeugt, Miebach Consulting als Beratungspartner auszuwählen“, so Dennis Prandl, Gesamtprojektleiter und Director Global Logistics Service Center s.Oliver Group.

Miebach unterstützt die s.Oliver Group entsprechend mit seiner Supply-Chain-Engineering-Expertise auf allen Ebenen, mit umfassender Erfahrung in vergleichbaren Großprojekten in der Fashionbranche sowie einem ganzheitlichen Projektmanagement-Ansatz mit PMO- und Change-Management-Organisation. 

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