Wingcopter/LieferMichel: Drohnen befördern jetzt auch Medikamente

Das LieferMichel-Projekt von Wingcopter und der Frankfurt University of Applied Sciences wurde bis März 2024 verlängert und um eine Produktkategorie arrondiert. Seit Kurzem landen auch Medikamente per Drohne und auf den letzten Metern per Lastenrad bei Kunden.

Bewohner der im Rahmen des Pilotprojekts LieferMichel angeflogenen Michelstädter Ortsteile können sich weiterhin kleinere Besorgungen per Drohne und Lastenrad liefern lassen - und ganz neu auch nicht-verschreibungspflichtige Pharma-Produkte. (Foto: Wingcopter)
Bewohner der im Rahmen des Pilotprojekts LieferMichel angeflogenen Michelstädter Ortsteile können sich weiterhin kleinere Besorgungen per Drohne und Lastenrad liefern lassen - und ganz neu auch nicht-verschreibungspflichtige Pharma-Produkte. (Foto: Wingcopter)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Anna Barbara Brüggmann)

LieferMichel heißt ein Pilotprojekt von Wingcopter und der Frankfurt University of Applied Sciences, das im Rahmen der Richtlinie Innovative Luftmobilität vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert wird. Das anwendungsorientierte Forschungsprojekt soll die Möglichkeit schaffen, den Einsatz neuer Technologien im Regelbetrieb zu erproben und wichtige Erkenntnisse für eine zukünftige Kommerzialisierung zu gewinnen.

Über eine Website können Anwohner der Michelstädter Ortsteile Würzberg und Rehbach eine Auswahl an Produkten online bestellen - von Rewe, der Odenwaldbox, einem Anbieter regionaler Produkte, vom SV Darmstadt 98 sowie seit Kurzem von einer Apotheke, denn das Sortiment wurde um nicht-verschreibungspflichtige Medikamente ergänzt.

Diese Produktkategorie hätten sich viele Anwohner explizit gewünscht, so die Angaben. Die Bären-Apotheke aus Erbach wurde deshalb in die LieferMichel-Plattform integriert und bietet eine Auswahl nicht-verschreibungspflichtiger Medikamente.

„Das Liefern von Medikamenten ist Teil unserer DNA bei Wingcopter. Bisher haben wir in vielen Projekten Krankenhäuser angeflogen, Medizin geliefert und Laborproben von dort abgeholt. Nun liefern wir erstmals Medikamente direkt zum Endkunden. Das ist eine spannende Lernerfahrung und ein wichtiger Meilenstein dieses Projekts“, sagt Ansgar Kadura, Mitgründer und Chief Services Officer von Wingcopter.

Innerhalb eines gewählten Lieferfensters werden die ausgewählten Produkte per Lieferdrohne an feste Landepunkte am Rande der Ortschaften geflogen und von dort per E-Lastenrad bis zur Haustür des Kunden gefahren. Bislang wurden über 2.000 Flugkilometer zurückgelegt, heißt es.

Das Projekt wurde bis Ende März 2024 verlängert, um die wesentlichen Projektziele über einen längeren Zeitraum verfolgen zu können. Als Ziele geben die Projektpartner, darunter auch Vodafone und Riese & Müller, die Umsetzung eines sicheren Drohnen-Flugbetriebs im unbeschränkten Luftraum auch über die Wintermonate hinweg sowie die Nachfrage-Analyse für Lieferservices im ländlichen Raum an.