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ZF: Autonomes Fahren verändert Architektur der Fahrzeuge

Bei einer ZF-Veranstaltung wird deutlich: Ehe sich Fahrzeuge selbst lenken können, müssen die Sicherheitssysteme weiter entwickelt werden. Das sei für den Schutz der Insassen wichtig und hilft bei der Akzeptanz in der Gesellschaft.
Total vernetzt: Autonomes Fahren und Elektromobilität stellen die Fahrzeugsicherheit vor neue Herausforderungen, glaubt ZF-Vorstandschef Stefan Sommer. | Foto: ZF Friedrichshafen AG
Total vernetzt: Autonomes Fahren und Elektromobilität stellen die Fahrzeugsicherheit vor neue Herausforderungen, glaubt ZF-Vorstandschef Stefan Sommer. | Foto: ZF Friedrichshafen AG
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Redaktion (allg.)

Mit dem autonomen Fahren verändert sich die Architektur der Fahrzeuge, der Innenraum wird flexibler genutzt werden. Das stellt „deutlich komplexere Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit“. Wir diese nicht berücksichtigt, dann „können sich weder autonome Fahrzeuge noch die E-Mobilität in der Breite durchsetzen.“ Diese These vertrat Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG, in seiner Keynote auf dem CAR-Symposium am 1. Februar in Bochum. „Autonomes Fahren und Elektromobilität stellen die Fahrzeugsicherheit vor neue Herausforderungen“, ist Sommer überzeugt. „Das gilt aber nicht nur für die aktive Sicherheit, als Grundvoraussetzung für autonomes Fahren, sondern auch für die passiven Sicherheitssysteme.“

Die Begründung ist klar. Autonomes Fahren soll den Komfort des Fahrers verbessern, indem er seine Sitzposition sehr viel freier als in konventionellen Fahrzeugen wählen kann. Das setzt allerdings voraus, dass auch beim Insassenschutz neu gedacht wird. Andere Airbag-Systeme seien erforderlich. ZF arbeitet bereits an Systemen, die für Airbags alternative Einbauräume wie das Dach avisieren. Und noch etwas müssen die Entwickler autonom fahrender Fahrzeuge bedenken: Zwar sollen diese zukünftig keine Unfälle mehr verursachen. Dennoch müssen die aber darauf ausgelegt sein, sich in einem Verkehr zu bewegen, der noch lange durch nicht-autonome Fahrzeuge – und damit potenzielle Unfallgegner – geprägt sein wird. Das durchschnittliche Alter der Pkw auf deutschen Straßen liegt derzeit bei 9,2 Jahren und steigt weiter. Im Jahr 2037, wenn Neufahrzeuge nach Schätzung von Branchenexperten überwiegend autonom fahren sollen, werden also mehr als zwei Millionen Fahrzeuge älter als 20 Jahre sein und sind damit noch überwiegend konventionell gesteuert. Die autonom fahrenden Autos müssen also darauf ausgelegt sein.

Neben den technologischen Aspekten, argumentiert Sommer mit der gesellschaftlichen Akzeptanz: „Niemand käme auf die Idee, trotz zahlreicher schwerer Unfälle im Januar ein Verbot des Autofahrens auf Schnee zu fordern. Geschieht aber ein einzelner Unfall aufgrund der Einführung einer neuen Technologie – wie bei einem autonom fahrenden Auto im Herbst 2016 – wird die Technologie als solche in Frage gestellt.“ Deswegen setzt ZF auf eine Zukunft der Mobilität in der Verkehr weder Unfälle noch Emissionen verursacht .und will diese Entwicklung mit seiner „Vision Zero“-Initiative anschieben. Erst die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer ermögliche es, diesem Ziel entscheidend näher zu kommen. Sommer zeichnet zwei Entwicklungsschritte dazu vor: „Im ersten Schritt müssen weiterentwickelte passive und aktive Sicherheitssysteme zu Enablern von autonomem Fahren und E-Mobilität werden. Im zweiten Schritt kann der vernetzte Verkehr immer mehr Unfälle verhindern. Vernetzung und autonomes Fahren sind notwendige Voraussetzungen, wenn die Zahl von 1,2 Millionen Verkehrstoten in den nächsten Jahrzehnten drastisch reduziert werden soll.“ (ha)

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