ZF CVS: Fokus auf Gesamtzug - Technik-Transfer vom Pkw

Der Zulieferer bringt sich mit seiner neuen Sparte Commercial Vehicle Solutions in Stellung als Systemanbieter mit kompletter Wertschöpfungskette und will bis 2040 klimaneutral sein.

Den ganzen Zug im Blick: ZF fokussiert auf das Einsparpotenzial über alle Einzelsysteme an einem Lkw und will diese Vorteile mit der neuen Sparte besser ausspielen. | Foto: ZF
Den ganzen Zug im Blick: ZF fokussiert auf das Einsparpotenzial über alle Einzelsysteme an einem Lkw und will diese Vorteile mit der neuen Sparte besser ausspielen. | Foto: ZF
Johannes Reichel

Nach der Ankündigung im Januar, die Transformation im Nutzfahrzeugbereich mit einer eigenen Sparte beschleunigen zu wollen, hat der Friedrichshafener Zulieferkonzern ZF bei einem Round Table seine Pläne konkretisiert. Mit der „Commercial Vehicle Solutions“ (CVS) genannten Sektion fusioniert man die beiden bisherigen ZF-Divisionen Nutzfahrzeugtechnik und Commercial Vehicle Control Systems (Nutzfahrzeug-Steuerungssysteme), letztere übernommen von Wabco. Der Konzern verspricht sich deutliches Wachstum auf diesem Gebiet. Mit der nun erweiterten technologischen Bandbreite und weltweiten Präsenz könne man seinen Kunden zielführende Lösungen für die „Transformation ihres Produktportfolios“ aus einer Hand anbieten, erklärte ZF-Vorstandsmitglied Wilhelm Rehm, der die neue Division leitet. „Wir liefern damit einen wesentlichen Beitrag für das profitable Wachstum der ZF-Group“.

Die neue Nutzfahrzeug-Einheit verfüge über 25.000 Mitarbeiter an 61 Standorten in 28 Ländern und erwirtschafte einen Umsatz von sieben Milliarden Euro und soll auf den Feldern Fahrwerk, integrierte Sicherheit, autonomes Fahren sowie Elektromobilität unter der überwölbenden Klammer der Digitalisierung und von Softwarelösungen die Entwicklung voranbringen. Man versteht sich dabei als "One-Stop-Shop" in der Nutzfahrzeugindustrie, der von der Entwicklung über die Produktion, den Service & Wartung auch Updates sowie Flottenmanagement aus einer Hand anbieten könne, skizzierte Rehm weiter.

Gesamtzug im Blick

In der Entwicklung liege der Fokus durch das ressortübergreifende Know-How des Zulieferers auf dem Einsparpotenzial von Gesamtsystemen und Lastzügen. Man wolle hier auch "orchestrierte Telematiklösungen" anbieten, bis hin zu der Information, wann für den Nutzer der richtige Zeitpunkt zum Tanken gekommen oder welches die aktuell beste sowie energieeffizienteste Route ist. Dabei schöpfe man auch aus Erfahrungen des sogenannten E-Mobility-Hubs im Pkw-Bereich, aus dem nach Art eines Baukastensystems die Technologien auf in den Nfz-Bereich transferiert werden sollen, auch im Bereich leichter Elektromobilität, wo man etwa auch E-Motoren und Komponenten selbst herstelle. Vorteile sieht Rehm hier in der Skalierung von Lösungen.

Ziel der Bemühungen sei es, bis 2040 die Nutzfahrzeugsparte über alle Bereiche klimaneutral zu stellen, bis 2030 sollen die Zwischenziele für alle Sparten erreicht sein, so Rehm. Die drei Grundsäulen seien Sicherheit, Nachhaltigkeit und Smarte Flottenoperationen. Rehm verwies auf die Expertise als Gesamtsystemanbieter im Bereich Truck & Trailer, von Antrieb und Fahrwerk über Sicherheitssysteme oder Aerodynamiklösungen. Dadurch könne man ein breites und kundenorientiertes Portfolio anbieten für Truck, Trailer und Telematik. Insbesondere auch bei integrierten ADAS-Lösungen im Bereich Fahrerassistenz sieht Rehm eine Kernkompetenz. Darüber hinaus biete man ein einzigartiges Portfolio an Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs von E-Motoren über E-Achsen, Luftdrucksysteme oder Steuergeräte. Ziel sei es, die komplette Wertschöpfungskette abzudecken und ein Innovationsführer im Segment zu sein, so Rehm.

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